Werden Bäume stranguliert?

Während des Wahlkampfes waren Plakate auch an Bäumen mit so genannten Kabelbindern befestigt. (Foto: werhahn)

Wahlplakate sind weg, aber die Kabelbinder hängen immer noch um die Baumstämme

Hamburg-Süd - Die Wahlen zur Bezirksversammlung und zum Europaparlament sind vorbei. Die meisten Plakate sind abgeräumt. Doch die Kabelbinder, mit denen die Plakate am Baumstamm befestigt wurden, gammeln an vielen Bäumen noch immer herum. Werden die Bäume jetzt in ihrem Wachstum eingeengt, sogar stranguliert?
Der Neuenfelder Michael Werhahn ist sauer – und besorgt: „Es werden einfach, ohne nachzudenken, Werbebotschaften in die schöne Landschaft geklatscht und mit Kabelbindern befestigt.“ Und die bleiben dann hängen, obwohl das jeweilige Plakat schon längst weg ist. „Bitte, verschandeln sie keine unschuldigen Bäume mit der Strangulation eines eng anliegenden, nicht entfernten Kabelbinders“, fordert Werhahn nicht nur die die Parteien auf.

Wie gefährlich sind die Plastikbinder? 
Bernd Quellmalz vom Naturschutzbund Deutschland (NABU): „Die Kabelbinder wachsen in den Baum ein. Die Leitungsbahnen für die Wasser- und Nährstoffzufuhr laufen in der Rinde. Der Kunststoff ist ein Störfaktor. Der Baum versucht, die Störung auszugleichen, wächst drum herum und verlegt die Nährstoffleitungen“, so der Pressesprecher. Um zu überleben, muss der Baum also viel mehr Energie aufbringen als zuvor. „Der Baum stirbt zwar daran nicht, ist aber geschädigt.“
Lebensgefahr besteht für Bäume, wenn die Kabelbinder Kupfer enthalten. „Wenn diese Bänder einwachsen, schädigen sie den Baum nachhaltig oder führen sogar zum Tod des Baumes“, so Quellmalz. „Unbedingt die Kabelbinder von den Baumstämmen entfernen!“

Wie sieht die rechtliche Während des Wahlkampfes waren Plakate auch an Bäumen mit so genannten Kabelbindern befestigt (oben). Mittlerweile sind die Plakate abgräumt, die Kabelbinder hängen aber immer noch am Baumstamm (rechts). Was harmlos aussieht, ist es aber nicht: Die Binder schädigen den Baum. Enthält das Band Kupfer, ist dies das Todesurteil für den Baum: Er stirbt. Fotos: werhahn Situation aus?
Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamtes Harburg: „Die Parteien haben bis 1. Juni Zeit, die Wahlplakate zu entfernen. Dazu gehört auch die Entfernung der Kabelbinder oder anderer Befestigungen.
Sofern nach Ablauf der Frist nicht alles vollständig entfernt sein sollte, ergehen schriftliche Aufforderungen zur Entfernung an die (ehemaligen) Erlaubnisinhaber. Sollte auch das nicht zum gewünschten Erfolg führen, würden die verbliebenen Reste entfernt werden. Parallel würde die Einleitung eines Bußgeldverfahren geprüft. Allerdings ist dies in den vergangenen Jahr nie problematisch gewesen. Es wurde immer alles vollständig abgeräumt.“
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