Wer ist der beste Plattschnacker?

Reda gibt eine Kostprobe seines Könnens und liest aus dem Buch „Baron Schilischarp un sien Reis op de Kole Koh“ vor.

Vorlese-Wettbewerb „Schoolkinner leest platt“ läuft in Hamburgs Süden

Neugraben - Der elfjährige Reda greift in der Bücherhalle Neugraben ins Regal voller plattdeutscher Medien und schnappt sich „Baron Schilischarp un sien Reis op de Kole Koh“. Ohne Stocken beginnt er, souverän auf Plattdeutsch vorzulesen. Er ist eines von über 120 Kindern, die beim Wettbewerb „Schoolkinner leest platt“ mitmacht. Zwölf Schulen aus dem Hamburger Süden, wo der Wettbewerb läuft, haben dafür Kinder und Jugendliche gemeldet.
Reda liest ganz begeistert in dem Abenteuerbuch. Mitnehmen kann er es leider nicht. „Früher habe ich hier gern etwas ausgeliehen. Doch meine Eltern haben was verdaddelt, nun muss ich mit den Büchern zu Hause auskommen“, bedauert er. Schade, denn in der Bücherhalle gibt es zwei neue Regalwände, die prall gefüllt mit plattdeutschen Büchern und CDs sind. „Es gibt auch ein Lexikon Plattdeutsch-Hochdeutsch“, macht Matthais Pfeifer aufmerksam. Der Leiter der Bücherhalle hat seine Feuertaufe in Plattdeutsch bereits bestanden. „Ich habe die Ausleihregeln auf Plattdeutsch erklärt. Da hab ich aber geschwitzt!“, erinnert er sich mit einem Lächeln.
Plattdeutsch ist vom Aussterben bedroht. „Es gibt immer weniger Menschen, die es sprechen. Denn früher galt es nicht als fein“, weiß Helmut von Eitzen. „Plattdeutsch ist eine Sprache, kein Dialekt wie beispielsweise Bayrisch“, erklärt Ernst Golsch. Er ist der Erste Vorsitzende oder Öllermann des Vereins „Plattdüütsch leevt“. Er wurde vor über 40 Jahren gegründet, um die Sprache lebendig zu erhalten. Kurze Zeit später wurde für die Kinder der Wettbewerb „Schoolkinner leest platt“ von den beiden Vereinsmitgliedern Helmut von Eitzen und Heinrich Maack ins Leben gerufen.
Doch wer probt mit den
Kindern Plattdeutsch für den Wettbewerb? „Einige Lehrer können noch Platt, doch es werden immer weniger. Deshalb sind vor allem Eltern und Großeltern gefragt, mit den Kindern Platt zu sprechen“, sagt von Eitzen.
So, wie Silvia Schaak. Die Mutter des elfjährigen Valentin unterrichtet Plattdeutsch in der Schule Schnuckendrift. Ihr Tipp für den Wettbewerb: „Üben! Denn man merkt, ob ein Kind einen Text auswenig gelernt hat oder versteht, was es da liest“, so Schaak.


Schoolkinner leest platt
Finale: 22. Mai,16.30 Uhr
Schule Schnuckendrift, Schnuckendrift 21
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