Wenn es ohne Hilfe nicht mehr geht

Die Abkürzung Biff steht für „Beratung und Information für Frauen“. Brigitte Hübner (l.) leitet die Einrichtung gemeinsam mit Jutta Landwehr (r.). Anke Krahberg berät Mütter beim Projekt „Mütterzeit“.

In der Biff Harburg bekommen Frauen Rat und Unterstützung

Über zu wenig Hilfesuchende können Jutta Landwehr und Brigitte Hübner von der Beratungsstelle Biff Harburg nicht klagen. Doch die beiden sind sich sicher: „Der Bedarf ist noch größer, aber viele Frauen finden den Weg zu uns nicht.“ Seit
August 2012 leiten Landwehr und Hübner die Einrichtung im Frauenkulturhaus, Neue Straße 59. An sie wenden sich Frauen, die überfordert sind, die Gewalt erfahren haben, Probleme in der Beziehung oder am Arbeitsplatz haben, unter Depressionen leiden oder einfach nicht mehr weiter wissen. 2012 wurden 324 Hilfesuchende persönlich in der Biff beraten, weitere 345 griffen zum Telefon.
Bei vielen sei die Hemmschwelle ins Biff zu kommen hoch, erklärt Jutta Landwehr: „Frauen haben gelernt: ,Du hast das Leben zu meistern.’ Die Scham ist groß, sich einzugestehen, dass es so nicht mehr weitergeht und man Hilfe braucht.“ Die Ratsuchenden sind oft sehr unsicher, wenn sie sich schließlich doch trauen, in die offene Beratung der Biff zu kommen. „Wir versuchen ihnen zu zeigen, dass es Auswege gibt. Und dass sie ein selbstbestimmtes Leben ohne Abhängigkeiten und Gewaltbeziehungen führen können“, sagt Brigitte Hübner. „Schon ein wöchentlicher Termin und Teil einer Gemeinschaft zu sein, gibt Halt.“ Bei Beratungsgesprächen erlebt die Psychologin immer wieder, dass es manchmal schon reicht, einfach nur miteinander zu sprechen.
Für Mütter gibt es im Frauenkulturhaus eine spezielle
Anlaufstelle. Sie können sich an Anke Krahberg von „Mütterzeit“ wenden. „Ganz viele Frauen kommen, weil sie überfordert sind, häufig durch die Doppel-belastung aus Familie und Beruf“, erklärt die Sozialpädagogin. Im vergangenen Jahr haben 170 Frauen den Weg zu „Mütterzeit“ gefunden. Etwa 36 Prozent von ihnen haben ausländische Wurzeln. Besonders freut es Krahberg, wenn junge Türkinnen mit ihren Müttern kommen. „Viele dieser junge Frauen wollen studieren oder eine Ausbildung machen. Sie fühlen sich aber auch den Traditionen ihrer
Eltern verbunden und wollen ihre Familien nicht verraten“, erklärt Krahberg. Um so erfreulicher sei es, dass beide Generationen gemeinsam Hilfe suchen.



Info:
Biff Harburg
Tel. 77 76 02
offene Beratung und Telefonberatung: di 16-18 Uhr, do 10-12 Uhr
Trennungs- und Scheidungsberatung: mo nach Vereinbarung
Mütterzeit
Tel. 38 65 57 10
offene Beratung und Telefonberatung: do 10-12 Uhr
Mütterfrühstück 10-12 Uhr
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