Wasserpolizisten retten Heuler vor dem sicheren Tod

„Bootsmann“ wird in der Robbenstation aufgepäppelt. (Foto: Seehundstation Friedrichskoog)

Seehundbaby strandet vor dem Kohlekraftwerk Moorburg – Tierrechtsorganisation Peta ehrt Retter als „Helden für Tiere“

Rettung in letzter Sekunde: Zwei Beamte der Wasserschutzpolizei brachten vor kurzem ein völlig entkräftetes Seehundbaby, das sich am Kattwykdamm auf die westliche Uferböschung der Süderelbe auf Höhe des Kraftwerks Moorburg geschleppt hatte, in Sicherheit. Ein Radfahrer hatte den Heuler entdeckt und die Polizei alarmiert. Das Tier war so geschwächt, dass es sich vor angreifenden Möwen nicht schützen konnte. Bevor die Vögel den Seehund totpicken konnten, holten die Beamten ihn von der Böschung und brachten ihn in einer Wanne in das Wasserschutzpolizeikommissariat 3 im Harburger Hafen.
Für ihren Einsatz sind die Wasserschutzpolizisten jetzt von der Tierrechtsorganisation Peta als „Helden für Tiere“ ausgezeichnet worden. „Wir sind begeistert von dem vorbildlichen Einsatz“, sagt Frank Schmidt, Kampagnenleiter bei Peta. „Der junge Heuler hat in Hamburg jenes Mitgefühl erfahren, das seinen Verwandten bei der grausamen Robbenjagd in Kanada noch immer verwehrt bleibt.“
Zurzeit befindet sich der Heuler in der Robbenstation Friedrichskoog in Quarantäne. Dort wird das auf den Namen „Bootsmann“ getaufte und etwa vier Wochen alte Seehundbaby erst mal aufgepäppelt. „Er ist nur Haut und Knochen“, sagt Tanja Rosenberger, die Leiterin der Station. „Wichtig ist, dass er an Gewicht zunimmt.“ Bootsmann wiege lediglich 8,5 Kilo, normal für sein Alter sei aber ein Gewicht von rund 20 Kilo. Doch Rosenberger ist optimistisch: „Er macht sich soweit gut und frisst seine Fische fast schon eigenständig.“
Bis Bootsmann jedoch wieder in die Freiheit entlassen werden und wieder auf eigene Faust die Nordsee erkunden kann, dauert es vermutlich noch etwa drei Wochen. Rosenberger: „Dann muss er mindestens 25 Kilo wiegen.“ Doch warum ist der Seehund überhaupt in die Elbe geschwommen? Die Diplom-Biologin erklärt: „Es schwimmen immer wieder Seehunde die Elbe hoch, um weitere Gebiete zu besiedeln. Das ist überhaupt nicht ungewöhnlich.“ Zurzeit werde in der Station noch eine weitere in der Elbe gefundene Robbe gepflegt.
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