Was macht Gazprom in Neuwiedenthal?

Auf diesem Schild steht Gazprom mit zehn weiteren Namen. Insgesamt sind 22 Namen auf dem Briefkasten verzeichnet.

Im Striepenweg 31 steht der Name am Briefkasten – aber Mitarbeiter sind keine zu sehen

Karin Istel, Neuwiedenthal

Der russische Konzern Gazprom ist einer der weltgrößten Energieversorger. Er beliefert auch Deutschland mit Erdgas und -öl. Die deutsche Niederlassung des „global players“ ist in Berlin und heißt Gazprom-Germania. Doch auch in Neuwiedenthal steht der Name Gazprom auf einem Briefkasten. Was machen die da?

Wo sitzt Gazprom in Neuwiedenthal?
Im Striepenweg 31. Der Name Gazprom steht gemeinsam mit 21 anderen Firmennamen auf einem Briefkasten. Nach einem Firmenlogo sucht man vergebens. Auch auf dem Klingelschild ist der Name nicht aufgeführt.

Ist dort eine Briefkastenfirma?
Zuerst: Generell ist es nicht illegal, sich an einer Adresse für die Firmenpost einen Briefkasten anzumieten. In dem Haus, zu dem der Briefkasten gehört, muss es nur gestattet sein, Gewerbe zu betreiben. „Alle Firmen, die in Deutschland ansässig sind, können Geschäftsstellen in andern deutschen Städten eröffnen“, heißt es aus der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung.
Da Gazprom in Berlin seinen deutschen Standort hat, wäre das also in Ordnung. Doch Gazprom hat im Striepenweg mehr.

Was hat Gazprom dort?
Anscheinend ein „Miet-Büro“. „Das Gebäude Striepenweg 31 ist ein Business-Center“, lässt die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung verlauten. Im Klartext: In dem Gebäude gibt es ausschließlich Firmen und Ärzte. So ein „Business-Center“ ist einmalig in Neuwiedenthal. Diese Häuser stehen meist an Standorten mit wohlklingenden Adressen.
Da sich 22 Firmen einen Briefkasten teilen, ist anzunehmen, dass sie gemeinsam Büroräume angemietet haben. In diesem „Miet-Büro“ wird anscheinend für alle Firmen die Post sortiert, und es werden Anrufe entgegengenommen.
Warum gerade im Striepenweg?
Es gibt Spekulationen, dass Gazprom sich hier angesiedelt haben könnte, weil der Hafen nahe ist. Vielleicht will der Konzern in das Geschäft mit der Energieversorgung von Schiffen einsteigen. Zukünftig sollen beispielsweise Kreuzfahrtschiffe von Land aus mit Energie versorgt werden. Oder man hat andere lukrative Geschäfte im Hafen im Blick. Zu den Spekulationen wollte sich Gazprom-Germania nicht äußern.

Was macht Ganzprom dort?
Das weiß keiner so genau. Das Elbe Wochenblatt hat nachgefragt, aber Gazprom-Germania hat bis Redaktionsschluss nicht geantwortet.
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