Von Farben und Formen geleitet

st es schon fertig oder nicht? Bei Freya Burmeister entwickeln sich die Bilder während des Malens manchmal anders als geplant. Foto: bk

Freya Burmeister malte die ersten Bilder für die eigenen vier Wände

von A. Buruck

Als ein neuer Lebensabschnitt begann, mussten andere Bilder her. „Da ich mir die nicht leisten konnte, habe ich sie einfach selbst gemalt“, erzählt Freya Burmeister, die am Garnstück in Finkenwerder lebt und arbeitet. Inzwischen sind es so viele geworden, dass sie gar nicht alle selbst aufhängen kann.
Freya Burmeister bringt das, was sie im Alltag umgibt und beschäftigt, auf die Leinwand. „Das sind meist Menschen oder Tiere, darunter meine zwei Hasen“, erklärt die 1970 in Greifwald geborene Künstlerin.
Manchmal ist es aber auch ein Foto, das sie nicht mehr loslässt, wie das von einem Menschen, der inmitten einer Unmenge toter Fische stand. „Das war die Vorlage für meinen Umweltzyklus“, erzählt Freya Burmeister. Ein Bild dieser Serie mit Namen ‚oil slick’ zeigt zum Beispiel einen Vogelmenschen, der etwas aus einem dunklen Gewässer zieht – vermutlich einen toten Fisch. Ganz realistisch sind ihre Arbeiten meist nicht, aber doch gegenständlich genug, um Motiv und Thema zu erkennen.
Oft entstehen ihre Bilder allerdings erst während des Malens. „Manchmal habe ich zuerst gar keinen festen Plan“, beschreibt Freya Burmeister, „ich lasse mich von Farben und Formen leiten.“ Dabei kann es durchaus vorkommen, dass eine plötzliche Idee dem Bild eine ganz andere Richtung gibt als ursprünglich vorgesehen.
Freya Burmeister ist nicht nur bei ihren Themen experimentierfreudig, sondern auch bei den Materialien. Ihren oft mit Acryl gemalten Bilder verleiht sie mit Sand, Pigmenten, oder gar Pfefferkörnern eine besondere Note. „Sand gibt Struktur“, begründet sie. Aber auch Schellack oder Asphaltlack gehören zu ihrem Materialfundus.
Freya Burmeister hat in den 90er Jahren neun Jahre lang in England gelebt und Übersetzungswissenschaften studiert. 2004 kam sie nach Finkenwerder, wo sie zuerst am Norderdeich wohnte. Als das Haus verkauft wurde, zog sie in das kleine Haus am Garnstück um. Beruflich arbeitet sie als technische Dokumentarin, ihre Freizeit gehört zum großen Teil der Kunst. Seit einigen Jahren sind ihre Bilder auf verschiedenen Ausstellungen im Großraum Hamburg zu sehen.
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