Vom Fußball lernen

Sozialarbeiter Jens Körner vom Verein In Via betreut das Projekt „Spielmacher“.

Projekt „Spielmacher“ soll Jungen helfen, die Schwierigkeiten in der Schule haben –
Das Training übernimmt Ex-St. Pauli-Coach Michael Lorkowski

Lernen Jungen auf dem Fußballfeld mehr als nur Dribbeln und Flanken? Davon ist Jens Körner überzeugt. Der „In Via“-Mitarbeiter und St. Pauli-Fan leitet das Projekt „Spielmacher“, das jetzt in Harburg startet.
Ziel des Projekts ist es, Jugendlichen, die Schwierigkeiten in der Schule haben, mithilfe vom Mannschaftssport Fußball Disziplin, Pünktlichkeit und vorausschauendes Denken beizubringen sowie ihnen zu zeigen, dass sich Fleiß und Ehrgeiz lohnen. „Wir wollen die Struktur des Fußballs auf das wirkliche Leben übertragen“, erklärt Körner.
An „Spielmacher“ nehmen 20 Jungen zwischen 14 und 18 Jahren teil. Sie trainieren seit dieser Woche immer montags, donnerstags und freitags jeweils zwei Stunden lang mit Michael Lorkowski auf dem Sportplatz Baererstraße im Phoenixviertel. Fußball-Lehrer Lorkowski hat unter anderem den FC St. Pauli trainiert und ist 1992 mit Hannover 96 Pokalsieger geworden.
Neben dem Training bekommen die Teilnehmer Nachhilfe und eine Berufsberatung, nehmen an Workshops Teil und werden in Praktika vermittelt. Körner: „Am Ende soll jeder eine Idee haben, was er später machen möchte.“ Die Jungen besuchen die Stadtteilschulen Süderelbe, Ehestorfer Weg und Maretstraße und haben alle einen ausländischen Hintergrund – viele kommen aus Afghanistan, Togo oder der Türkei. Für die Dauer des Programms werden sie an drei Tagen in der Woche vom Nachmittagsunterricht freigestellt.
Die Idee zu „Spielmacher“ hatte Thomas Thomsen, Regionalleiter im Jugendamt Harburg und ehrenamtlicher Trainer einer Jugendmannschaft. „Uns ist aufgefallen, dass viele Jungs, die sich in der Schule und auf der Straße daneben benehmen, das System Fussball komplett akzeptieren und auf dem Platz Disziplin zeigen“, erzählt Thomsen. Über das Fußballspielen wäre es zudem möglich Jungendliche zu erreichen, die anders nur schwer zu erreichen sind.
Finanziert wird das Projekt mit 40.000 Euro für zwei dreimonatige Durchgänge vom Bezirk Harburg. Weitere 7.000 Euro gibt es von Sponsoren, dazu gehören die Vereine „Nestwerk“ und „Harburger Altherren-Auswahl von 2001 Muskelschwund“. Zudem begleitet das Sportinstitut der Uni Hamburg das Projekt wissenschaftlich und prüft, wie sich das Training auf das Leis-tungsvermögen der jungen „Spielmacher“ auswirkt.
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