Vom Forschungsschiff zum Lebensretter

Die ehemalige Clupea wird derzeit in Neuenfelde zum Rettungsschiff Sea-Watch 2 umgebaut. Im Frühjahr soll das Schiff Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten. Foto: sea watch

Pella Sietas Werft: Umbau der Clupea für die zivile Seenotrettung von Flüchtenden
zur Sea-Watch 2

Von Maya TImmann. NEUENFELDE.
In der Palla Sietas Werft laufen die Arbeiten auf Hochtouren: Bis April soll das ehemalige Forschungsschiff Clupea für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer zur Sea-Watch 2 umgebaut werden. Durch Crowdfunding kamen bis Ende Dezember 2015 die 200.000 Euro für den Erwerb des 33 Meter langen Forschungsschiffes zusammen. Es konnte bereits aus Lowestoft in Großbritannien nach Hamburg überführt werden.

Wie wird das Schiff
umgebaut?

Um die navigationsuntüchtigen, völlig überfüllten Schlauchboote der Flüchtlinge besser orten zu können, erhält die Sea-Watch 2 Überwachungstechnik inklusive Wärmebildkamera für Nachtfahrten. So können die Flüchtlingsboote auf See gesichtet werden. Das Achterdeck des Schiffs wird so umgebaut, dass Beiboote zur Rettung von Flüchtlingen schneller zu Wasser gelassen werden können.
Die Sea-Watch 2 wird keine Flüchtlinge an Bord nehmen. Einzige Ausnahme: Schwerverletzte, die eine sofortige medizinische Erstversorgung brauchen. „Wir werden endlich die Möglichkeit haben, sie zu behandeln“, erklärt Frank Dörner, Arzt und medizinischer Leiter. Dafür wird das ehemalige Labor in ein mobiles Krankenhaus umgewandelt. So werden beispielsweise zwei Tragen eingebaut, um eine professionelle Versorgung zu bieten.

Warum gibt es ein zweites Rettungsschiff?
Die Sea-Watch 1 hatte ihre ersten Einsätze im Juni 2015, bei denen bereits über 2.000 Menschen gerettet werden konnten. „Wir sind im vergangenem Jahr immer wieder an technische Grenzen gestoßen“, erzählt der Sea-Watch-Skipper Ingo Werth. So wurde immer eine Basisstation gebraucht, die das Schiff anlaufen konnte.
Die Sea-Watch 2 kann länger auf dem Wasser bleiben und größere Distanzen zurücklegen. „Wir können mit der Sea-Watch sowohl Lampedusa, als auch Malta anlaufen“, Ruben Neugebauer, Sprecher der Initiative Sea-Watch.

Wann werden die Werft-
arbeiten beendet sein?

Im April soll es soweit sein: Die Sea-Watch 2 wird vor Libyen im Mittelmeer zur Rettung zahreicher Menschenleben eingesetzt.
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