Vögel in Wohnungsnot

Hier sollen Vögel brüten, die in der Stadt kaum noch passende Orte dafür finden. Die Nistkästen haben Schüler der Umwelt- und Bio-AGs des Gymnasiums Süderelbe vor Kurzem in Neugrabens Zentrum aufgehängt. (Foto: pr)

Naturschutz-Projekt: Schüler hängen in Neugraben Nistkästen auf

In der Stadt haben viele Vogelarten Schwierigkeiten, Plätze zum Brüten zu finden. So suchen sich zum Beispiel Haussperlinge, Mauersegler und Hausrotschwänze mit Vorliebe Nistplätze in Spalten und Nischen von Gebäudefassaden und unter Dächern. Doch moderne oder sanierte Häuser bieten dafür kaum noch Möglichkeiten. „Der Bestand der Gebäudebrüter hat stark abgenommen“, sagt Frauke Rinsch von der Stadtentwick-lungsgesellschaft steg. Um dieser Entwicklung im Neugrabener Zentrum entgegenzuwirken, hat die steg gemeinsam mit dem Naturschutzbund Nabu das Projekt „Aktiv für Neugrabens Natur“ gestartet. Im Rahmen des Projektes haben vor Kurzem Schüler des Gymnasiums Süderelbe 15 Nistkästen in der Fußgängerzone rund um die Marktpassage aufgehängt.
Am Sonnabend, 6. April, wollen die Schüler und Naturschützer ihr Projekt von 10 bis 13 Uhr auf dem Neugrabener Wochenmarkt präsentieren. Zudem zeigen sie auf geführten Rundgängen die im Zentrum aufgehängten Kästen und informieren über heimische Vogelarten und städtische Naturräume.
Insgesamt werden in Neugraben 50 Nistkästen für verschiedene Vogelarten aufgehängt. „Wir wollen sehen, ob sich auch Hauseigentümer bereit erklären, die Kästen an ihren Häusern zu befestigen“, erklärt Rinsch. Im Brunnenschutzgebiet könnten auch Nistkästen für Fledermäuse dazu kommen.
Das Projekt „Aktiv für Neugrabens Natur“ läuft bereits seit einem halben Jahr, es wird mit 1.100 Euro aus dem Verfügungsfonds des Stadtteilbeirats Neugraben gefördert. Bei einer ersten Aktion ist unter anderem das Nest des im Turm der Michaeliskirche brütenden Turmfalken mit einer Kamera ausgestattet worden. Die Bilder sollen demnächst im Zentrum auf einen Monitor übertragen werden, für den zurzeit noch ein Standort gesucht wird. „Das gibts nur in Neugraben! Wer hat schon einen Turmfalken, der mitten in der Stadt brütet und kann das auch noch live mitverfolgen?“, freut sich Rinsch.
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