Verzögerungen bei Aschenland II

Die Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt laufen schon. (Foto: mag)

DRK Harburg wollte Flüchtlingsunterkunft betreiben – doch jetzt muss deutschlandweit ausgeschrieben werden

Andreas Göhring, Fischbek - Die Planungen von Flüchtlingsunterkünften sind für Hamburgs Behörden ganz offensichtlich Neuland. Immer wieder kommt es zu Fehlern, die die Zeitpläne durcheinander wirbeln. Jetzt hat es das Projekt „Aschenland II“ erwischt: Der erste Bauabschnitt des Flüchtlingsdorfs für 3.000 und mehr Menschen auf dem westlichen Teil des Neubaugebiets Vogelkamp soll erst im Herbst 2016 in Betrieb genommen werden – also ein halbes Jahr später als geplant. Das hat Kerstin Graupner vom „Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge“ bestätigt.
Über die Gründe für die Verzögerung sagt sie nichts. Offenbar ist bei den Planungen für eine so große Einrichtung übersehen worden, dass eine Reihe von Aufträgen nicht einfach so vergeben werden dürfen. Da gibt es nicht nur nationale Gesetze, auch die Europäische Union redet mit. Und deshalb steht jetzt zum Beispiel Harald Krüger, Kreisgeschäftsführer des DRK Harburg, ziemlich im Regen. Als die Pläne für die Unterkunft in der CU Arena vorgestellt wurden, war klar: Das DRK wird Betreiber dieser Unterkunft. So wurde es öffentlich verkündet.
Krüger legte sofort los. Er verteidigte die Unterkunft nicht nur gegen jene Kritiker, die von einer Einrichtung mit diesen Dimensionen das Schlimmste befürchten, er begann unter anderem auch mit Personalgesprächen und stellte Führungskräfte ein.
Und nun hat er plötzlich –  zumindest gefühlt – die Pappnase auf. Denn offiziell hat er den Auftrag für den Betrieb noch gar nicht. Stattdessen musste er diese Auskunft des Zentralen Koordinierungsstabs lesen: „Die Ausschreibung des Betriebs der öffentlichen Unterbringung wird voraussichtlich im ersten Quartal 2016 als deutschlandweite Ausschreibung erfolgen.“
Nun hat Krüger mehrere Probleme: Eins davon: Wer ersetzt ihm überhaupt die Kosten, die bisher schon bei den Vorbereitungsarbeiten entstanden sind? Angeblich sollen sie jetzt schon im sechsstelligen Euro-Bereich liegen.
Bei den Bauarbeiten für den ersten Abschnitt will man hingegen auf eine Ausschreibung verzichten und auf „Bewerber vorangegangener Ausschreibungen für andere Einrichtungen zurückgreifen“.
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Wolfgang Kühn aus Neugraben | 20.01.2016 | 15:03  
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