Vater: Unbekannt!

Nur ein paar Bilder, eine Perlenkette und Ohrringe sind Elisabeth Baß von ihrer Mutter Andrea Külper geblieben. Auf diesem Foto muss die Mutter ungefähr 16 Jahre alt gewesen sein. Foto: as
 
Andrea Külper links mit ihrer Tochter Elisabeth und rechts mit ihrem Sohn Jan. Fotos: pr (Foto: Elisabeth Baß)
Hamburg: Finkenwerder |

Gebürtige Finkenwerderin Elisabeth Baß (37) sucht Informationen über ihre leiblichen Eltern

Heute wäre Elisabeth Baß’ Mutter 58 Jahre alt. Doch Andrea Külper, geborene Wdowiak, kam am 25. August 1975 mit nur 22 Jahren bei einem tragischen Autounfall ums Leben. Damals war die Tochter erst knapp zwei Jahre alt. An ihre Mutter kann sie sich nicht mehr erinnern und hielt sogar jahrelang die neue Frau ihres Vaters für ihre leibliche Mutter. „Die Wahrheit kam durch puren Zufall heraus“, erinnert sich die 37-Jährige. Als Kind habe sie ihrem Cousin im Streit gedroht, gleich ihre Mutter zu holen. Dem Jungen sei dann ein folgenschwerer Satz rausgerutscht: „Das kannst du gar nicht. Die ist doch tot!“
Weinend habe sich die damals Fünfjährige an ihre Großmutter gewandt, die die Worte ihres Cousins bestätigte. Doch viel mehr hätte ihr niemand erzählen wollen. „Keiner will über meine Mutter sprechen“, klagt Baß. „Ich tobte, provozierte, flehte, aber es half nichts. Man soll die Vergangenheit ruhen lassen, hieß es immer nur.“ Auch die Eltern und eine
Schwester ihrer Mutter, die Baß schließlich kennenlernte, hätten ihr nicht viel erzählen wollen.
Diese Geheimnistuerei habe sie sich nie erklären können, meint Baß. Auch das Gefühl, anders als ihre Geschwister behandelt zu werden, ließ sie nie los. „Ich war schon immer das schwarze Schaf der Familie“, sagt sie. Vor Kurzem brachte eine Freundin sie auf eine Idee. Baß: „Sie sagte zu mir: ,Pass mal auf, vielleicht ist das gar nicht deinVater’. Ich dachte, das würde einiges erklären.“ Am 18. Februar brachte ein DNA-Test schließlich Gewissheit: Hans-Jürgen Külper kann unmöglich ihr leiblicher Vater sein. Auch darüber wolle niemand mit ihr sprechen, erzählt Baß. Hans-Jürgen Külper und seine Ehefrau Wiltrud widersprechen. „Wir haben ihr immer alle Fragen beantwortet“, versichert Wiltrud Külper. „Als sie fünf Jahre alt war, haben wir mit ihr gesprochen und ihr ein Fotoalbum von ihrer Mutter gegeben.“ Zudem hätten weder sie noch ihr Ehemann je an der Vaterschaft gezweifelt.
Mittlerweile sind die Fronten so verhärtet, dass Elisabeth Baß den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen hat. Die gebürtige Finkenwerderin, die heute mit ihrem Mann in Neu Wulmstorf lebt, versucht nun auf eigene Faust, mehr über das Leben ihrer Mutter herauszufinden. Sie sucht Menschen aus Finkenwerder, die ihre Mutter gekannt haben (siehe Infokasten). Baß hofft, auf diese Art zu erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist. „Ich gebe nicht auf. Und wenn ich ganz Finkenwerder umgraben muss!“, sagt sie. Mit der Ungewissheit könne sie nicht länger leben, auch wenn die Wahrheit schmerzhaft sein könnte.


Wer kennt Andrea Külper?
Viel weiß Elisabeth Baß nicht über ihre Mutter. Die rekonstruierte Lebensgeschichte hat zahlreiche Lücken: Andrea Külper, geborene Wdowiak, kam am 11. März 1953 als Tochter eines polnischen Einwanderers und einer Finkenwerderin auf die Welt. Sie lebte mit ihren Eltern Ignatz und Lisa Wdowiak am Wittmunder Weg. Als Kind besuchte sie die Aueschule. In ihrer Jugend spielte Andrea Wdowiak zuerst Handball und von 1970 bis 1973 Fußball beim FC Finkenwerder. Nach der Schule soll sie bei der Firma MBB, gehört heute zu EADS, als Bürogehilfin gearbeitet haben. Am 23. September 1972 heiratete sie Hans-Jürgen Külper. Ihre Tochter Elisabeth kam am 21. Dezember 1973 und ihr Sohn Jan am 25. Februar 1975 zur Welt. Die Familie lebte im Finkweg 43. Bei einer Autofahrt über die Bundesstraße 3 am 25. August 1975, prallte ihr Wagen auf Höhe der Autobahnauffahrt Rade mit einem Kleinbus zusammen. Andrea Külper wurde durch die Scheibe geschleudert und erlag später ihren schweren Verletzungen im Altonaer Krankenhaus. Ihr Mann, ihre Tochter und ihr Sohn überlebten den Unfall. Wer mehr über Andrea Külper weiß, möge sich unter 0177/720 11 57 bei ihrer Tochter melden. AS
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