Vater prügelte sein Baby halbtot

Säugling Jamie schwebt glücklicherweise nicht mehr in Lebensgefahr

Finkenwerder - Ein 26 Jahre alter Mann hat sein zwei Monate altes Baby offenbar so schwer geschlagen, dass es vom Notarzt reanimiert werden musste. Die Familie stand seit der Geburt des Babys unter Beobachtung des Jugendamtes Hamburg-Mitte.
Die Nachbarn hörten immer wieder Gepolter, Kindergeschrei und Gebrüll: Zweimal nach Jamies Geburt alarmierten Nachbarn wegen des Lärms die Polizei. Der traurige Höhepunkt: Nachbarn hörten, wie Jamie schrie, und der Vater ihn anbrüllte, er solle ruhig sein. Doch Jamie brüllte weiter – und war ganz plötzlich still.

Jugendamt tat nichts,
trotz Berichte der Poilzei


Als der Kleine kein Lebenszeichen mehr von sich gab, rief der Vater den Rettungswagen. Der Notarzt konnte Jamie reanimieren, das Baby kam ins Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE). Mittlerweile ist der Zustand des Jungen stabil.
Der Vater legte mittlerweile ein Teilgeständnis ab. „Es erscheint eindeutig, dass der Vater dem Kind die schweren Verletzungen zugefügt hat“, so Nana Frombach, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Jetzt drohen dem Vater wegen Misshandlung und Körperverletzung bis zu 15 Jahren Haft.
Seit der Geburt von Jamie wird die Familie vom Jugendamt betreut. Der Vater soll bereits kurz nach der Geburt ausfällig geworden zu sein. Ärzte baten daraufhin das Jugendamt, die Familie im Blick zu behalten.
Einmal in der Woche schaute eine Kinderkrankenschwester vorbei. Für sie war alles in Ordnung. Für das Jugendamt anscheinend auch. Es wurde nicht tätig, obwohl die Polzei dem Amt die Berichte über die Einsätze in der Familie übermittelt hatte.
Jetzt bemüht sich das Bezirksamt um Aufklärung. „Alle Details werden zusammengetragen, die in diesem Fall relevant sind“, sagt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamtes.
Jamies Eltern wurde das Sorgerecht vorläufig entzogen. Sobald Jamie sich erholt hat, wird er in städtischer Obhut untergebracht, beispielsweise in eine Pflegefamilie. „Wohin Jamie kommt, wird das Familiengericht entscheiden“, so Weiland.

Drei tote Kinder im Bezirk Mitte
Es ist nicht das erste Mal, dass im Zuständigkeitsbereich des Jugendamtes Mitte ein Kind schwer misshandelt wird: Im März 2009 starb die zehn Monate alte Lara-Maria in Wilhelmsburg an Unterernährung. Im Januar 2012 vergiftete sich die elfjährige Chantal mit Methadon, weil sie die Ersatzdroge für ein Mittel gegen Erbrechen hielt. Im Dezember vergangenen Jahres starb die drei Jahre alte Yagmur in Billstedt an den Folgen eines Leberrisses, weil ihre Mutter sie geschlagen und gequält hatte. KI
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