Vandalismus im P+R-Haus Neugraben

Auf die Anzeige im Park-and-Ride Haus Neugraben kann man sich nicht verlassen. Laut Betreibergesellschaft liege das an Jugendlichen, die mit dem Skateboard die Autorampe hochfahren und von der Anlage als Pkw erkannt werden.

Betreiber klagt über Jugendgruppen, die vor Ort ihr Unwesen treiben

Vor drei Jahren gab der ADAC dem Park-and-Ride Haus am S-Bahnhof Neugraben die Note „sehr gut“. So sauber, sicher und benutzerfreundlich war das Parkhaus damals, dass es im hamburgweiten Vergleich auf Platz 4 landete. Als sich jedoch vor Kurzem erneut ein ADAC-Prüfer vor Ort umschaute, bot sich ihm ein ganz anderes Bild. „Es war eine Müllhalde. Der Kollege war sehr betroffen“, berichtet Carsten Willms, ADAC-Verkehrsexperte. Zudem habe es in den Treppenhäusern nach Urin gestunken und die Stellplatzanzeige habe falsche Werte gezeigt. Aktuelle Note: „ausreichend“. „Hier wurde seit Jahren nichts mehr gemacht“, vermutet Willms.
Ein weiteres Problem sei die Auslastung des Parkhauses, so der ADAC-Mann. Zwar lag sie am Besichtigungstag in den Herbstferien bei 79 Prozent, doch die 855 Plätze seien bei Stichprobentests in den letzten beiden Jahren fast immer voll belegt gewesen.
Friedrich Scharper stellt sein Auto regelmäßig im P+R-Haus ab und fährt mit der S-Bahn in die Stadt. Die falschen Anzeigezahlen sind dem Neu Wulmstorfer schon öfter aufgefallen. Gestört haben sie ihn jedoch nie. „Wenn oben doch voll ist, fahre ich halt auf ein anderes Parkdeck. Bisher habe ich immer was gefunden“, sagt er. Auch Michael Otte aus Neu Wulmstorf hat auf dem Weg zur Arbeit bisher immer einen Platz ergattern können. „Aber mit den Jahren ist es immer voller geworden. Bei den Spritpreisen steigen viele auf die S-Bahn um“, sagt er.
Von Platzmangel könne trotzdem keine Rede sein, meint Jens-Günter Lang von der P+R Betriebsgesellschaft. Ernste Probleme habe man jedoch mit Vandalismus. „Jugendgruppen treffen sich vor Ort und machen viel kaputt“, berichtet Lang. Drei Mal die Woche entfernen Reinigungskräfte die Überbleibsel ihrer Besuche. Die Störenfriede verursachten zudem ein weiteres, recht kurioses Problem. Mit ihren Skateboards rollen sie über die Autorampe und werden dabei von der Zählanlage als Wagen registriert. „Deshalb stimmt die Anzeige nicht“, erklärt Lang.
Anfang des Jahres will die Betreibergesellschaft gemeinsam mit dem HVV intervenieren. Da jedoch für die insgesamt 29 Parkhäuser in Hamburg lediglich sieben Mitarbeiter als Aufsichten zur Verfügung stehen, will man verstärkt auf Videoüberwachung setzen und mithilfe von virtuellen Rundgängen nach dem Rechten sehen.
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