„Unser Haus ist total verschattet“

Ganz schön dicht! Wo der Zaun verläuft, ist die Grundstücksgrenze. Wäre ja ok, wenn hier – wie im Prospekt der Finanzbehörde angegeben – die Gärten hingekommen wären. Doch jetzt werden hier die Hauseingänge gebaut. Alles ziemlich eng!

Elbmosaik: Reihenhäuser werden anders als im Prospekt gebaut – Anwohner verärgert: Terrasse bekommt kaum Sonne

Neugraben - Das war ein böses Erwachen: Familie Müller (Name der Redaktion bekannt) traute ihren Augen nicht, als vor ihrem neuen Haus die Reihenhäuser in der Neugrabener Allee gebaut wurden. Die Hauseingänge wurden nicht – wie auf Prospekten eingezeichnet – zur Straße hin gebaut, sondern zur Terrasse der Müllers. „Unser Haus wird total verschattet“, so Ulrich Müller. „Hätten wir das gewusst, hätten wir hier nie gebaut.“ Dürfen die neuen Häuser eigentlich so gebaut werden? 

Wo liegt das Problem?
Im Mai 2010 kaufte die junge Familie Müller das Grundstück im Hornkrautring und baute gemeinsam mit den Nachbarn ihr Doppelhaus. „Wir wussten, dass vor uns Häuser hinkommen.“ Im Prospekt der Finanzbehörde, die die Grundstücke verkaufte, liegen die Terrassen zu den Müllers hin. Doch jetzt werden die Hauseingänge hier liegen.

Warum ist das so schlimm?
Damit genügend Platz für die Terrassen da ist, werden die Neubauten sehr viel weiter hinten auf dem Grundstück gebaut. Sie rücken also ganz nah an das dahinter liegende Doppelhaus der Müllers heran – und verschatten deren Veranda komplett. „Uns hat niemand darüber informiert, dass die Häuser so nah rankommen und die Eingänge nicht mehr zur Straße, sondern vor unserer Terrasse liegen“, ist Ulrich Müller empört.“

Wie verbindlich ist der Lageplan der Finanzbehörde?
„Der Lageplan zeigt lediglich die angedachte Aufteilung der Flächen. Eine rechtsverbindliche Festlegung ist dieser Plan nicht“, so Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde.
Denn: Maßgeblich ist der Bebauungsplan (B-Plan) von Mai 2006. Er regelt die Höhe und Breite der Häuser, nicht aber, in welcher Richtung sie auf dem Grundstück stehen. Der B-Plan wurde vom Bezirksamt Harburg geprüft. Sprecherin Bettina Maack: „Die Baugenehmigungen wurden in der im so genannten „Lageplan“ eingezeichneten Form nicht beantragt. Die Reihenhäuser werden entsprechend der erteilten Baugenehmigung gebaut.“
Im Klartext: Der Bauherr beantragte nie, die Neubauten mit Terrassen nach hinten zu bauen, wie es im Prospekt der Finanzbehörde zu sehen ist. Er wollte immer die Terrassen zur Allee hin haben. Und so wurde gebaut.

Und jetzt? 
Familie Müller könnte bei einem Rechtsanwalt prüfen, ob sie gegen die Baufirma wegen Wertminderung ihres Hauses klagen kann. Doch die Aussicht auf Erfolg ungewiss, das Geld bei der jungen Familie knapp...
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