Umgestaltung des Marktplatzes: Neugrabener Stadtteilbeirat stolpert über die Stufen

Es sollte der große Wurf werden: Die Umgestaltung des Neugrabener Marktplatzes als Teil einer von vielen städtebaulichen Maßnahmen im Herzen des Stadtteils. Heute stellten die beauftragten Architekten und Ingenieure ihr Konzept im Bürgerzentrum Neugraben vor. Der Stadtteilbeirat war aufgerufen, diese Pläne abzusegnen.

Die rund 90 Gäste dieser öffentlichen Sitzung des Stadtteilbeirats erfuhren gleich zu Beginn von den Mitarbeitern der Stadtentwicklungsgesellschaft (steg), dass die Pläne den Stadtteil nicht neu erfinden werden und das man versucht hat, allen gerecht zu werden. 1,5 Mio. Euro stehen bereits zur Verfügung für die Umgestaltung. Zunächst wurde klar gestellt, dass nur der heutige Marktplatz sowie der Platz vor den Geschäften am östlichen Ende des Platzes sowie der Bereich der Straße neu geplant werde. Der Parkplatz gegenüber dem Hallenbad und die Marktpassage etwa, gehören nicht dazu. Man wolle dem Platz eine einheitliche, Barriere freie Fläche geben, die nur am nördlichen Rand, gegenüber der Bücherhalle eine ca. 25 Meter lange, dreistufige Treppe erhalte, um das Areal auf eine Ebene zu heben.


Pläne im Internet? Nein! Herr Krollpfeiffer reagierte nicht auf die Frage.
Zwei Bäume mehr als bisher und drei weitere "Wackelenten" für die Kinder seien geplant. Auch einige neue Sitzgelegenheiten wolle man anbieten. Dabei wisse man um das Problem der Trinkergruppen, könne die aber allein mit architektonischen Bauleistungen nicht animieren, sich woanders nieder zu lassen. Ralf-Dieter Fischer, ein ansässiger Rechtsanwalt, bemängelte den Plan insofern, als das Kinder und Familien zu kurz kämen. Am Ende stellte sich für die Anwesenden Gäste die Frage, wofür hier 1,5 Mio. Euro benötigt werden. "Am teuersten seien die Steine, die Verkabelung und das Abwassersystem, auch die Bäume schlagen zu Buche", antworte Herr Soyka vom Architektenbüro.

Nach der Vorstellung der Pläne wurde der Stadtteilbeirat um seine Zustimmung gebeten. Zuvor musste über einen Antrag von Henning Reh entschieden werden. Er befand, dass der Stadtteilbeirat sich Bedenkzeit erbitten sollte und seine Stellungnahme auf eine der nächsten Beiratssitzungen vornehmen könne. Die 20 anwesenden Stimmberechtigen stimmten mit 10 zu 9 Stimmen, bei einer Enthaltung , für diesen Antrag. Die Mitglieder des Stadtteilbeirates baten darum, die Pläne ins Internet zu stellen. Daraufhin angesprochen reagierte der Mitarbeiter des Bezirksamtes, Herr Krollpfeiffer, nicht. Frauke Rinsch von der steg versuchte die Situation zu retten und versprach, die Pläne per E-Mail an die Beiratsmitglieder zu versenden. Das macht deutlich, Stufen sind überall, auch in den Köpfen der Abteilung Stadtgrün des Bezirksamts Harburg. Was an diesen Plänen so geheimnisvoll sein soll, ist vermutlich die Erkenntnis, dass hier viel Geld für ein wenig Optik verballert wird.
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Jürgen Lohse aus Neugraben | 19.12.2014 | 22:46  
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