Übernimmt Rossmann die Schlecker-Filialen?

Schlecker im Einkaufszentrum Galleria am Striepenweg: Die Standortfrage soll geklärt sein, die Mitarbeiter tappen dennoch weiter im Dunkeln. (Foto: Andreas Tsilis)

Zukunft der Neuwiedenthaler Drogerie-Filialen soll beschlossene Sache sein – konkrete Infos gibt das Unternehmen aber nicht raus

von Andreas Tsilis, Neuwiedenthal
Es ist beschlossene Sache: Schlecker baut in Deutschland fast jeden zweiten Arbeitsplatz und gut die Hälfte aller Filialen ab. Aus Vorstandskreisen wurde zusätzlich verlautbart, dass die Schließungen bundesweit gleichmäßig verteilt werden sollen. Doch was bedeutet das für die die beiden Standorte in Neuwiedenthal? Bleiben die Läden am Rehrstieg 50b und im Einkaufszentrum Galleria bestehen oder werden sie, wie die vor der Insolvenz aufgegebenen Geschäftsstellen in Neugraben und Neu Wulmstorf, geschlossen?
Obwohl laut Schlecker-Sprecher Philipp Kibber „eine Entscheidung über Neuwiedenthal intern bereits gefallen ist“, hält sich das Unternehmen noch bedeckt. „Vor einer öffentlichen Bekanntgabe werden erst unsere Mitarbeiter und die Vermieter informiert“, erklärt Kibber weiter. Wann das sein wird, will er jedoch nicht sagen. Doch die Zeit drängt, denn das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich Ende März eröffnet werden.
Derweil brodelt die Gerüchteküche. „Rossmann kommt“, behaupten mehrere Mitarbeiter verschiedener Galleria-Geschäfte, die ungenannt bleiben möchten. Rossmann hat 2011 erstmals die fünf Milliarden Euro Umsatzmarke geknackt und will bundesweit 110 neue Verkaufsstellen eröffnen. Von Schlecker gibt es dazu weder eine Bestätigung noch ein Dementi.
Beim Vermieter, der Wegner Unternehmensgruppe aus Hamburg, bleibt man trotz der Ungewissheit hinsichtlich des Mietvertrages gelassen. „Es hängt alles von Schlecker und der Planinsolvenz ab“, teilt Christian Appuhn von der Vermietungsgesellschaft der Galleria mit. Anfragen nach der Schlecker-Ladenfläche gebe es zwar, „konkret ist aber nichts“, räumt Appuhn ein, ohne auf Rossmann einzugehen.
Was für den Vermieter-Vertreter kein größeres Problem darzustellen scheint, kann für die betroffenen Schlecker-Mitarbeiter schnell zur existenziellen Stolperfalle werden. Viele sind seit mehr als zehn Jahren im Unternehmen beschäftigt. Öffentlich möchte sich niemand zu der Hängepartie äußern. Eines steht aber fest: Das Zittern um ihre Arbeitsplätze geht weiter.
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