Sympathie-Welle überrollt Kita

Das macht Spaß: Krippen-Kinder Johannes (1,5), Tanischa (15 Monate) und Hendrik (2,5, v.l.) lassen sich gerne in der Karre kutschieren. Platz für mehr Mitfahrer gibt es auch. Zwölf Krippenkinder könnte die Einrichtung noch aufnehmen, sagt Kita-Leiterin Anke Kleinschmidt.

Nach Ärger mit Einbrüchen und zugemülltem Spielplatz ist in der Kita Cuxi Kids wieder Ruhe eingekehrt

Mit so viel Mitgefühl und Zuspruch hatte Anke Kleinschmidt nicht gerechnet. Unzählige Menschen hatten ihr nach einem Wochenblatt-Bericht ihre Hilfe angeboten.
Nachdem allein in diesem Jahr vier Mal in der Kita Cuxi Kids eingebrochen worden war, wandte sich die langjährige Leiterin der Einrichtung an die Öffentlichkeit. Dann klingelte ihr Telefon Sturm. „Wildfremde Menschen haben angerufen. Ich muss mich bei den Neuwiedenthalern und Hausbruchern bedanken“, sagt Kleinschmidt gerührt.
Die Anrufer teilten ihren Ärger über die sinnlosen Einbrüche. Denn in der Kita gibt es nichts Wertvolles zu holen, und durch den stillen Alarm hat die Polizei die Einbrecher meist auf frischer Tat ertappt. Der Einrichtung entstand trotzdem ein Schaden. Zuletzt kostete die Reparatur des durch die Einbrecher zerstörten Sicherheitsfensters die Kita 750 Euro.
Doch nicht nur die Einbrüche hielten Kleinschmidt und ihre Mitarbeiter auf Trab. Abends und am Wochenende kletterten regelmäßig Jugendliche über den Zaun aufs Gelände und müllten den Spielplatz zu. Bevor die Kinder wieder raus durften, mussten die Erzieherinnen zuerst aufräumen. „Wir sind total happy, dass damit jetzt Schluss ist“, freut sich Kleinschmidt. Denn ab sofort fährt die Polizei hier regelmäßig Streife. Und auch Anrufer versprachen, die Augen offen zu halten. „Einige haben gesagt, sie gehen hier öfter auf dem Weg zur Arbeit vorbei und rufen jetzt sofort die Polizei, wenn sie was sehen.“
Jetzt kann sich die Heilpädagogin wieder ganz auf die Kita-Leitung konzentrieren. Zurzeit gibt es viele Veränderungen in der Integrationskita der Elbkinder Vereinigung. Denn wie in allen Hamburger Kindertagesstätten ist mit der Einführung der Ganztagsschule die Hortgruppe aufgelöst worden. Gleichzeitig baut die Kita den Krippenbereich aus, weil Eltern seit dem 1. August einen Gesetzanspruch auf einen Krippenplatz haben. „In Süderelbe gibt es keinen Mangel an Plätzen“, sagt Kleinschmidt. Ihre Kita hat schon einige neue Krippenkinder aufgenommen, zwölf freie Plätze gibt es noch.
Die Kita ist auch für Krippen-Kinder aus Niedersachsen offen. Eltern, die zum Beispiel in Neu Wulmstorf keinen Kita-Platz für ihre Schützlinge bekommen haben, können in ihrer Gemeinde beantragen, dass ihre Kind eine Hamburger Kita besucht soll – vorausgesetzt der Platz wird nicht für ein Hamburger Kind benötigt. Kleinschmidt: „Viele wissen gar nicht, dass das möglich ist.“
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