Streit beim Runden Tisch Moorburg

Rainer Böhrnsen ist nicht mehr Sprecher des Runden Tisches Moorburg/ Hohenwisch.

Rita Dierks und Stephanie Grosshardt sind die neuen Sprecherinnen – Rainer Böhrnsen erkennt seine Abwahl nicht an

von Bernhard Brunow, Moorburg
Gut 17 Jahre war Rainer Böhrnsen vom Runden Tisch im Kampf gegen die Hafenerweiterung die Stimme Moorburgs. Jetzt ist er abgewählt worden, und schon fliegen die Fetzen. Böhrnsen wirft dem neuen Vorstand vor, einer Unterwanderung durch die „linksautonome Szene“ den Weg zu bereiten. Der wiederum kontert mit dem Vorwurf, Böhrnsen könne nicht akzeptieren, wenn er überstimmt werde. Jetzt schieße er aus „gekränkter Eitelkeit“ quer.
Der Streit unter den engagierten Moorburgern schwelt schon länger. Als die Neu-Moorburgerinnen Claudia Kulenkampff und Stephanie Grosshardt vor knapp zwei Jahren den Verein „Elbdeich“ gründeten und sich in der leer stehenden Grundschule Moorburg mit Ateliers und einer Kantine für die Nachbarn einrichteten, war Böhrnsen zunächst skeptisch. Später hat sich Böhrnsen dann nach eigener Darstellung „stark engagiert“ und unter anderem sein Klavier zur Verfügung gestellt.
Böhrnsen: „Im Laufe der Zeit hatte ich aber das Gefühl, dass wir nicht die gleichen Ziele verfolgen.“ Er habe immer dafür gekämpft, Moorburg aus der Hafenerweiterung zu entlassen und die Lebensqualität in dem 800-Seelen-Dorf zu verbessern. Aber die Leute von „Elbdeich“ hätten offenbar die Konfrontation gesucht. Als Kriegserklärung empfand er dann im Mai diesen Jahres ein Flugblatt, in dem zu einem „systemkritischen Anti-Vattenfall-Block“ bei der großen Demonstration gegen die Atomkraft aufgerufen wurde.
Im September scheiterte Böhrnsen dann mit dem Versuch, in den Vorstand des Elbdeich e.V. zu gelangen. Außer ihm selbst soll nur ein Vereins-mitglied für Böhrnsen gestimmt haben. Am 19. Oktober eskalierte die Situation. Böhrnsen hatte eine Sondersitzung des Runden Tischs im Pastorat einberufen, gleichzeitig tagten aber die anderen Mitglieder des Runden Tischs in den Räumen von „Elbdeich“, wählten mit Rita Dierks und Stephanie Grosshardt zwei neue Sprecher. Böhrnsen erkennt die Wahl nicht an.
Sören Schinkel, SPD-Bezirksabgeordneter und Elbdeich-Vorstandsmitglied: „Unsere Ziele sind die gleichen geblieben: Herausnahme Moorburgs aus dem Hafenerweiterungsgebiet und Verbesserung der Lebensqualität.“ Er hoffe, dass der Runde Tisch jetzt in Frieden weiter arbeiten kann.
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