Streichliste vom Tisch, und jetzt?

Jede Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Süderelbe, die geschlossen wird, hinterlässt eine klaffende Lücke, weiß Catherine Bartl vom Jugendcafé Neuwiedenthal.

Offene Kinder- und Jugendarbeit: Jugendhilfeausschuss lehnt Sparpaket des Bezirks ab

Wo soll gespart werden? Welche Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit müssen ab 2012 mit weniger Geld vom Bezirk Harburg auskommen? Wer bekommt gar nichts mehr? Um Antworten auf diese Frage zu finden, tagte vergangenen Freitag der Jugendhilfeausschuss (JHA). Doch darüber, wie sie die vom Senat vorgegebenen Kürzungen von zehn Prozent – insgesamt 211.000 Euro – umsetzen sollen, herrschte bei den Ausschussmitgliedern kein Konsens. Die Mehrheit lehnte sowohl das Sparpaket der Verwaltung als auch eines der SPD ab. Nur SPD und FDP stimmten dafür, eine geschlossene Front aus CDU, der Linken, GAL und den abstimmungsberechtigten freien Trägern war dagegen.
„Die Abstimmung ist ein klares politisches Statement“, sagt Catherine Bartl vom Jugendcafé Neuwiedenthal. „Der Jugendhilfeausschuss sagt: ,Wir wollen keine Kürzungen’.“ Sie sitzt seit acht Jahren in dem Gremium und beobachtet die derzeitige Lage mit Sorge. „Diese Patt-Situation lässt die betroffenen Projekte in Unsicherheit zurück“, sagt Bartl. Doch die bräuchten Planungssicherheit. Miet- und Arbeitsverträge ließen sich schließlich nicht von einem Tag auf den anderen kündigen.
In Süderelbe stehen drei Einrichtungen auf der Streichliste der Verwaltung: die Spielhäuser Sandbek und Neuwiedenthal sowie die Nachmittagsgruppe Neuenfelde. Wenn eine dieser Einrichtungen, geschlossen wird, wären die Folgen verheerend, so Bartl. „Dann sinken wieder die Chancen für Kinder und Jugendliche aus Familien, die von Armut bedroht sind“, sagt die Sozialpädagogin.
Wie es nun weitergeht ist unklar. Fest steht nur, dass gepart werden muss – entweder bei einzelnen Projekten oder nach dem Rasenmäher-Prinzip überall zehn Prozent. „Die Verwaltung wird spätestens auf der Grundlage des Haushaltsbeschlusses der Bürgerschaft im Dezember dem Jugendhilfeausschuss erneut eine Vorlage zur Mittelverteilung für 2013 vorlegen“, erklärt Bezirksamtssprecherin Petra Schulz. Planungssicherheit würden die Träger so lange nicht haben, bis der JHA schließlich einen Beschluss fällt. Die nächste Sitzung ist für Dienstag, 2. Oktober geplant.
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