Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

Pierre Tesche (l.) und Jonny Kubel nutzen das Qualifizierungsangebot der Möbelkiste. Was dabei für sie heraussprang? Ein geregelter Tagesablauf sowie ein mehrwöchiges Praktikum und damit bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz zum IT-Techniker bzw. Anlagenmechaniker. (Foto: Steffen Kozieraz)

Neu Wulmstorf: Möbelkiste sucht Betriebe für Praktika

Steffen Kozieraz, Neu Wulmstorf
Wer vom Arbeitsamt zu einer sogenannte Maßnahme verdonnert wird, ist von dieser oftmals weder begeistert, noch überzeugt. Mit dem Projekt „Aqua“ möchte der Verein „Hamburger Kinder- und Jugendhilfe“ jenseits aller Arge-Maßnahmen, 18- bis 25-jährigen Arbeitslosen ein Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt bieten. Mit Erfolg, wie Projektleiter Fritz Saxowsky meint: „Wir sind positiv überrascht. Von den 30 jungen Leuten haben wir bisher 16 vermittelt: in Ausbildung, Job und Praktika.“
Doch wie funktioniert das Projekt? Im Grunde wie ein kleines Möbelhaus mit Lager, Reparatur, Lieferung und Aufbau. Nur dass es sich hier um aussortierte Stücke von Privatpersonen und einem Möbelhaus handelt, die für wenig Geld an Sozialleistungsempfänger verkauft werden. Vom Druck des freien Marktes befreit, bietet die Möbelkiste beste Bedingungen, um engagierte Arbeitslose zu qualifizieren. Neben der Arbeit im Lager, beim Verkaufen, Verwalten oder dem Ausliefern und Aufbauen von Möbeln bleibt genug Raum für ein intensives Bewerbungs-Coaching.
„Das Coaching hat mir wirklich geholfen,“ erzählt der 21-jährige Pierre Tesche. Für Anfang November hat er zumindest ein Praktikum gefunden, das ihn seinem Ziel – einer Ausbildung zum IT-Techniker – näher bringt. Auch wenn er in der Möbelkiste nicht wirklich Neues über Computer lernen konnte, so habe er hier Teamfähigkeit und Pünktlichkeit beweisen können.
Nach seinem Praktikum wird er sich ohne die Unterstützung der Möbelkiste auf dem Bewerbermarkt beweisen müssen, denn das vom Europäischen Sozialfond mit 400.000 Euro geförderte Projekt läuft zum Ende des Jahres aus.
„Wir würden hier gerne weitermachen“, sagt Projektleiter Klaus Reese. Noch im November entscheidet sich, ob neue Finanzmittel für ein weiteres Jahr die Türen der Möbelkiste offen halten. Bis dahin können arbeitslose Jugendliche aus Niedersachsen die noch freien Plätze nutzen. Und so lange sucht die Möbelkiste noch Betriebe, die offen dafür sind, den hier Qualifizierten Praktika zu bieten.
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