Sorge um Flutschutz

Sind die Anwohner der Este in Cranz ausreichend vor Hochwasser geschützt? (Foto: mag)

Könnten Minideiche in Buxtehude die Este in Cranz gefährlich ansteigen lassen? Lokale Politiker haken bei Behörden nach

von Bernhard Bruno, Cranz
Nimmt die Stadt Buxtehude keinerlei Rücksicht auf ihre Hamburger Nachbarn an der Este, wenn es um den Hochwasserschutz der eigenen Bürger geht? In Cranz und Neuenfelde schrillen jedenfalls die Alarmglocken. „Der Rat der Stadt Buxtehude will in diesen Tagen ein Planfeststellungverfahren zum Bau von Minideichen und Spundwänden einleiten“, sagt Kay Wolkau, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksversammlung Harburg. „Damit soll Buxtehude geschützt werden, wenn die Este Hochwasser führt.“
Irgendwo muss das Wasser bleiben, das durch neue Baugebiete an der Este und durch Schutzmaßnahmen in Buxtehude immer mehr eingeengt wird, dadurch immer schneller fließt. Dann steigen die Pegel in Cranz und Neuenfelde umso schneller. Dass das keine Theorie ist, hat die Cranzerin und Grünen-Vertreterin im Regionalausschuss Süderelbe, Dr. Gudrun Schittek, im vergangenen Winter erfahren: „Da gab es nächtlichen Alarm durch Lautsprecherwagen. Sie warnten uns vor Binnenhochwasser.“ Die Lage hat sich auch schon weiter zugespitzt, als die Elbe auch Hochwasser führte und das Este-Wasser nicht abfließen konnte.
„Hier im Mündungsbereich der Este ist die Lage besonders kritisch“, sagt der SPD-Bezirksabgeordnete Günter Piehl. Er erinnert daran, dass Teile von Neuenfelde in die Este entwässert werden. Deshalb sei hier auch der Hamburger Hochwasserschutz zuständig. Piehl: „Mir ist bisher nicht bekannt, ob die Hamburger Stellen überhaupt darüber informiert sind, was Buxtehude da plant.“ Er wisse deshalb auch nicht, wie Hamburg mögliche Probleme lösen wolle. Vor allem aber müssten die Bewohner von Cranz und Neuenfelde informiert werden. Deren Sorgen seien inzwischen nicht mehr zu übersehen.
Piehl will deshalb per Antrag für die Bezirksversammlung einen Vertreter der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in den Regionalausschuss Süderelbe einladen. Er soll über den Hochwasserschutz im Mündungsbereich der Este unter Berücksichtigung der Planungen in Niedersachsen berichten.
Die Grünen versuchen es dagegen mit einer Kleinen Anfrage und erwarten nun schriftliche Antworten der Fachbehörden.
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