Sind die Vorgaben zu rigide?

Die Gestaltung der Häuser im Elbmosiak ist im Detail vorgeschrieben. (Foto: Marion Göhring)

Neugraben: FDP-Fraktion fordert mehr Freiheiten für Hausbau im Elbmosaik

von Marion Göhring, Neugraben
Der „Apfelgarten“ im benachbarten Neu Wulmstorf gilt als gute Adresse, die Baugrundstücke dort verkaufen sich fast von selbst. Das „Elbmosaik“ am Neugrabener Bahnhof entwickelt sich dagegen äußerst zäh. Ob die Einweihung des Bildungs- und Gemeinschaftszentrums den entscheidenden Durchbruch bringt? Nicht nur der FDP-Bezirksabgeordnete Immo von Eitzen zweifelt daran.
Wie Bauträger, Marketingexperten und Stadtplaner sieht auch von Eitzen die Vergabe der Grundstücke in Erbpacht als entscheidenden Nachteil für das Elbmosaik. „Bei den niedrigen Bauzinsen ist das für Häuslebauer nicht attraktiv“, sagt der Bezirksabgeordnete. Er führt aber auch noch eine andere Hürde an: Die „rigiden“ Gestaltungsvorgaben im Bebauungsplan Neugraben-Fischbek 65 erschwerten die Vermarktung der Grundstücke zusätzlich.
Ein kurzer Blick in den B-Plan verrät, was von Eitzen meint. So heißt es dort unter anderem: „Für die Dachdeckung von über 25 Grad geneigten Dächern der Hauptgebäude sind bei einer Verwendung von Dachsteinen nur rote oder anthrazit-farbene Materialien ohne glänzende oder glasierte Oberfläche zugelassen.“
Immo von Eitzen steht mit seiner Einschätzung nicht alleine da. So sieht auch das Immobilien-Gutachterbüro empirica die „nicht marktgängigen Planungsvorgaben als Ursache für die schleppende Vermarktung an. „Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ihnen nur solche gestalterischen Auflagen beim Bau ihres Eigenheims auferlegt werden, die stadtplanerisch zwingend erforderlich sind“, sagt der Bezirksabgeordnete. „Ansonsten sollten sie ihr Haus nach eigenen Wünschen und Vorstellungen bauen können.“
Eine Änderung des Bebauungsplans komme allein schon wegen der langen Fristen nicht in Frage, deshalb schlägt von Eitzen vor, dass das Bezirksamt bei Befreiungen von den Vorschriften künftig so großzügig wie möglich umgehen sollte. Damit alles „rechtsstaatlich“ bleibe, sollten einheitliche Kriterien für die Befreiungen vereinbart werden. In einem Antrag für die Bezirksversammlung fordert die FDP-Fraktion, das Bezirksamt möge bis Januar kommenden Jahres Vorschläge erarbeiten und zur Diskussion stellen.
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