Sietas-Gruppe wird zerschlagen

Für mindestens 300 Sietas-Werftarbeiter hat das Bangen um den Job mit dem Verkauf an die niederländische VeKa-Gruppe ein Ende, für die restlichen 100 geht es vorerst weiter.

Bremer kaufen Norderwerft, Sietas-Werft geht an Niederländer, Neuenfelder Maschinenfabrik noch nicht verkauft

Monatelang hatte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann nach einem Käufer für die ins Straucheln gekommene Neuenfelder Sietas-Gruppe gesucht. Nun steht die Zukunft der 1635 gegründeten Sietas-Werft fest: Deutschlands älteste Werft wird an die niederländische VeKa Gruppe verkauft. Die ebenfalls zu Sietas gehörende Norderwerft geht an die Bremer Lürssen-Gruppe, für den Verkauf der Neuenfelder Maschinenfabrik laufen zurzeit die Verhandlungen mit zwei Interessenten.
Der Gläubigerausschuss habe sich für die Zerschlagung der Gruppe entschieden, weil durch den Verkauf der einzelnen Unternehmen ein höherer Gesamtpreis erzielt werden konnte, gab Brinkmann Ende vergangener Woche bekannt. Der Verkauf der Norderwerft und der Neuenfelder Maschinenfabrik bringt jeweils zweistellige Millionen-Beträge. Die Sietas Werft werde jedoch keine nennenswerten Einnahmen bringen, denn: „Der Gläubigerausschuss hat nach eingehender Beratung seine Zustimmung erteilt, dass wir uns an den Kosten zum Erhalt und zur Modernisierung der Sietas Werft beteiligen, weil sonst hohe Abwicklungskosten für eine notwendige Transfergesellschaft und Kündigungsfristen der Mitarbeiter entstünden“, erklärte der Insolvenzverwalter.
Mit dem Verkauf hat Brinkmann sein zu Beginn des Insolvenzverfahrens erklärtes Ziel erreichet, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. 94 Mitarbeiter der Norderwerft und 134 Mitarbeiter der Neuenfelder Maschinenfabrik können nun aufatmen – ihre Arbeitsplätze sind gesichert. Bei der Sietas-Werft stehen zurzeit noch 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel, denn der neue Eigentümer will vermutlich nur 300 Werftarbeiter weiterbeschäftigen. „Die Lürssen Gruppe hat sich bereit erklärt, bis zu 40 Arbeitnehmer einzustellen, die bei der Sietas Werft nicht weiterbeschäftigt werden können“, gibt Brinkmann Entwarnung.
Dafür, dass auch die übrigen 60 Werftarbeiter nicht ihren Hut nehmen müssen, will sich Peter Bökler, Betriebsratsvorsitzender der Sietas Werft, einsetzen. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Wir gehen jetzt in die Verhandlungen darüber, wie man diese Arbeitsplätze retten kann“, so Bökler. Er sieht die Zerschlagung des Traditionsunternhmens mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Bökler: „So können die meisten Arbeitspätze erhalten bleiben.“
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