Sie überlebte das KZ in Neugraben

Chana Weingarten (oben) berichtete, wie sie die harten Lebensbedingungen im KZ-Außenlager Neugraben überlebte. (Foto: wit)

Die 86-jährige Chana Weingarten kam aus Israel, um über ihre Erlebnisse im Arbeitslager zu berichten

Wolfgang Wittenburg, Neugraben – Chana Weingarten war in Ausschwitz, Bergen-Belsen, Theresienstadt und Neuengamme. Sie überlebte die Konzentrationslager. Jetzt erzählte die Zeitzeugin 50 Zehntklässler und Oberstufenschüler am Gymnasium Süderelbe von den unmenschlichen Lebensbedingungen, die sie im Winter 1944/45 im KZ-Außenlager Neugraben erlebt und überlebt hatte. Chana Weingarten war auf Einladung des Bezirksamts Harburg, der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der „Initiative Gedenken in Harburg“ des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Hamburg-Ost angereist.
Sie beantwortete Fragen zu Krieg, Arbeitseinsatz: Weil Hamburg ausgebombt worden war, benötigte man dringend Arbeitskräfte für den Straßenbau aus Trümmersteinen – und so kamen Chana Weingarten und ihre Mutter Lili Wertheimer von Ausschwitz nach Neugraben. Heute lebt Chana Weingarten mit drei erwachsenen Kindern und sechs Enkelkindern in Israel.

Die Holocaust-Überlebende kam gern nach Deutschland

Andre Nixdorf ist Klassenlehrer und Initiator des Zeitzeugen-Treffens: „Wir haben die Lebensgeschichte von Chana Weingarten im Unterricht vorbreitend durchgenommen, aber das gesprochene Wort von Zeitzeugen kann viel mehr aussagen, als alle Fotos und Bilder. Während des Vortrages hätte man die berühmte Stecknadel zu Boden fallen hören können!“
Bei ihrem Besuch hat Chana Weingarten nun auch den Stolperstein für ihre Mutter im Falkenbergsweg aufgesucht – er ist in Höhe der Hausnummer 62, dort war die Zufahrt zum KZ-Außenlager. Mit welchen Gefühlen kam die Holocaust-Überlebende nach Neugraben? „Ich freue mich über die Einladung, und ich bin froh, meine Geschichte den Jugendlichen erzählen zu dürfen. Ich wünsche mir, dass sie ihre Eindrücke als Omas und Opas noch ihren Enkeln weitergeben“, sagt Chana Weingarten
Das wird Janina sicherlich tun. „Eine erschütternde Lebensgeschichte, die mir für immer in Erinnerung bleibt!“, so die Schülerin. Anja ergänzt: „Mich hat sehr berührt, mit welcher Emotionalität Chana Weingarten offen über die schwerste Zeit ihres Lebens erzählt hat.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.