Sie bringen Bilder in Bewegung

Um ihren Zeichentrickfilm produzieren zu können, investierten Robert Wincierz (25, l.), Valentin Gagarin (23) und Shujun Wong (24, nicht im Bild) rund 4.000 Euro in neues Equipment. Ohne einen leistungsstarken Computer, mehrere Bildschirme und Grafik-Tablets hätten sie die Arbeit nicht fertigstellen können.

Zeichentrickfilm „Reverie“ von drei Fischbeker Studenten läuft am Donnerstag, 25. Oktober, im Rahmen der Kulturtage Süderelbe

Geübt fährt Valentin Gagarin mit dem Plastikstift über sein Grafiktablett. Die Figur auf dem Bildschirm des elektronischen Zeichenbretts beugt sich vor und beginnt zu laufen. 24 Bilder pro Sekunde sind notwendig, damit die Bewegung für den Betrachter flüssig erscheint. Rund 10.000 Bilder haben Gagarin und seine beiden Mitstreiter Shujun Wong und Robert Wincierz für ihren Zeichentrickfilm „Reverie“ angefertigt und animiert. Über zwei Jahre hat es gedauert bis ihre zwölfminütige Produktion fertig war. Am Donnerstag, 25. Oktober, präsentieren die drei Freunde aus Fischbek ihr Werk um 18.30 Uhr im Rahmen der Kulturtage Süderelbe in der Jugendfreizeitlounge, Am Johannisland 2, der Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei.
„Reverie“ erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen scheinbar perfektes Leben nach einem traumatischen Erlebnis anfängt, auseinanderzufallen. Er verliert seinen Job, seine Frau schmeißt ihn raus, und er landet auf der Straße. „Wir wollten das System, in dem wir leben und das uns Sicherheit gibt, näher beleuchten. Und zeigen, wie schnell der Absturz kommen kann“, erklärt Gagarin (23), der an der Hamburger Hochschule für bildende Künste Film studiert.
Nachdem die Geschichte stand, habe es einen Monat gedauert, bis das sogenannte Storyboard, eine Abfolge von Bleistiftzeichnungen, fertig war, erzählt Gagarin. Ein paar Monate später hatten die Drei daraus bereits detaillierte farbige Bilder entwickelt, und dann ging die Arbeit am Computer erst richtig los. Insgesamt 3.128 Stunden haben die drei Studenten, die gemeinsam in Fischbek aufgewachsen sind und am Gymnasium Süderelbe ihr Abitur gemacht haben, vor dem Bildschirm gesessen, gezeichnet, koloriert und Bilder in Bewegung gebracht. „Da sind viele Nächte draufgegangen“, sagt Wincierz. „Aber wir haben das gemacht, weil wir Bock darauf hatten.“
Um den Film fertigzustellen und das nötige Equipment zu kaufen, haben sich die drei Studenten im Internet Unterstützung geholt. Auf einer „Crowdfunding“-Seite stellten sie ihr Projekt vor und baten um Geld. So kam ein Großteil der für die Produktion benötigten 8.500 Euro zusammen. Weitere 500 Euro gab es vom Stadtteilbeirat Neugraben. Dieses Geld nutzen die jungen Filmemacher jetzt, um ihren Film nach der Premiere vergangenen Sonnabend im 3001 Kino im Schanzenviertel auch an ihrem Heimatort zeigen zu können.
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