SEZ wird 30 – ein Grund zum Feiern?

In die Jahre gekommen: Der Nordeingang des SEZ wirkt wenig einladend.
 
Auch der Eingang zum belebteren Südteil des SEZ könnte eine Renovierung gebrauchen.

Sanierungsbedürftiges Einkaufszentrum bietet trostloses Bild – Engagierte Händler laden dennoch zur Geburtstagsparty

Wer vom S-Bahnhof Neugraben ins Süderelbe Einkaufszentrum (SEZ) gehen will, wird von einem rot-weiß gestreiften Absperrband begrüßt. Durch die linke der zwei Eingangstüren kommt zurzeit niemand rein, doch auch die rechte wirkt mit ihrem abblätternden Lack wenig einladend. Die Liste der Mängel ist lang: Im Nordteil des Centers sind beide Rolltreppen kaputt, stellenweise hängen Kabel von der Decke, und viele Läden stehen leer. Fazit: Das SEZ bietet ein trostloses Bild. Am Freitag, 26. Oktober, wird trotzdem gefeiert, denn das Einkaufszentrum wird 30 Jahre alt.
Auch mitten am Nachmittag laufen nur wenige Menschen durch das verlassen wirkende Einkaufszentrum. Sabine Krauel aus Neuwiedenthal kauft schon seit Jahren hier ein. Ihr Urteil: „Das Einkaufszentrum hat abgebaut, die Hälfte der Läden gibt es gar nicht mehr und die, die da sind, sprechen mich nicht an.“ Ihre Begleitung fragt verwundert: „Was will man hier feiern?“
Darauf hat Händler-Sprecherin Kerstin Kähler eine klare Antwort: „Wir möchten uns bei unseren Kunden für ihre Treue bedanken.“ Kähler betreibt seit der Eröffnung des SEZ am 1. November 1982 ein Tabakgeschäft und eine Theaterkasse im belebteren Südteil. Klar sei das SEZ in die Jahre gekommen, sagt sie, doch die Händlerkompetenz vor Ort sei seine Stärke und die wüssten die Kunden zu schätzen. Kähler ist zuversichtlich, dass die leeren Geschäfte im Südteil bald wieder belegt sind. „Zurzeit laufen Verhandlungen mit drei neuen Mietern. Einer hat bereits unterschrieben“, weiß die Händlerin.
Noch steht rund 25 Prozent der Ladenfläche im SEZ leer. Damit sich das ändert, versucht der Verein „Unternehmer ohne Grenzen“ seit 2011 gemeinsam mit den verbliebenen 26 Mietern das Image des Einkaufszentrums aufzupolieren. Finanziert wird das Projekt vom Europäischen Sozialfonds und der Stadt Hamburg. Alle drei bis vier Wochen setzt man sich mit Vertretern des Eigentümers, der Flensburger Immobiliengesellschaft hgv, und der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg zusammen, erklärt Projektleiter Helmut Müller. „Jetzt geht es erst mal darum, die Händler ein Stück zu stärken“, so Müller. Dazu gehört die Organisation von Marketingaktionen und auch der Geburtstagsparty.
Wann das heruntergekommene Gebäude saniert wird, steht weiter in den Sternen. hgv-Geschäftsführer Thore Feddersen: „Konkrete Sanierungsmaßnahmen außerhalb von laufenden Instandhaltungen sind momentan nicht möglich.“ Vorerst wolle man versuchen das Einkaufs-zentrum zu beleben, so Feddersen. Dabei strebe die hgv an, Nebenkosten zu senken, um Händler zu entlasten. Zudem wolle man Händlern einen Ansprechpartner zur Seite stellen und so deren Betreuung verbessern. Auch dem Leerstand habe man den Kampf angesagt: Eine Landenfläche im Obergeschoss sei bereits vermietet worden. „Es wird weiter an der Gesundung des Centers gearbeitet, um dann auch wieder nachhaltig investieren zu können“, so Feddersen


Info: Geburtstagsparty
Freitag, 26. Oktober
11-12 Uhr Kunstworkshop mit Kindern
12-12.30 Uhr Offizielle Eröffnung, Grußwort Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Vertreter des Eigentümers
12.30-16 Uhr Clownshow
16-17.30 Uhr Schautanz
17.30-18 Uhr Chormusik, Männergesangverein „Sängerlust Scheideholz“
18-18.30 Uhr Löwentanz
19-20 Uhr Tombola
20-20.20 Uhr Orientalischer Tanz
20.20-24 Uhr Partymusik
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