Sensationsfund beim Laubenpieper

Die Spur der Steine: Laubenpieper und Architekt Hartmut Aszmann hat möglicherweise die uralten Überreste eines ehemaligen Außenpostens der Moorburg entdeckt. Rechts, oberhalb der vermeintlichen Ruine, sind Behälter mit Apparaturen des Bodendenkmalamts. (Foto: tsilis)

Hobbygärtner entdeckt festungsähnliche Anlage

Andreas Tsilis, Hamburg-Süd – Harburgs Geschichte muss womöglich neu geschrieben werden. Am Reiherhoopweg wurden Überreste einer fes-tungsähnlichen Anlage entdeckt – es spricht viel dafür, dass es sich um Teile eines ehemaligen Außenpostens der „Moorburg“ handelt. Das Bodendenkmalamt des Archäologischen Museums Hamburg (früher Helms-Museum) hält sich noch bedeckt, erste Ergebnisse werden am 1. April erwartet.
Der Fund liegt auf dem Pachtgelände einer Kleingartensiedlung, die aus bunt zusammengewürfelten Lauben besteht, wo der Wind durch manches Fenster wie aus dem letzten Loch pfeift. Parzellenbesitzer und Architekt Hartmut Aszmann (73) fand die ungewöhnlich geformten Steine bei Rodungsarbeiten.

Alters-Feststellung kostet Tausende von Euro

Für einen Außenposten wäre der Standort ideal gelegen, meint er: „Das Gelände liegt sehr hoch, mit guter Sicht auf Moorburg.“ Dass es sich nicht um einen Sensationsfund, sondern nur um schnöde Steine handeln könnte, schließt er kategorisch aus. „Die Behörde hätte sonst niemals das Betreten verboten“, glaubt Aszmann. Außerdem, so Aszmann weiter, „sei die Anordnung und Bauweise der Anlage kennzeichnend für die Architektur des frühen Mittelalters“.
Er datiert den Bau um das Jahr 800. Stimmt diese These, dann wären der Moorburger Außenposten und die „Horeburg“ als die Geburtsstätte Harburgs, zur selben Zeit entstanden! Für den passionierten Hobbygärtner steht jedenfalls fest, dass sich on früherer Zeit etwas „Großartiges“, im Areal zwischen seiner Esskastanie und seinem Gemüsebeet „abgespielt haben muss“.
Um das Alter der steinernen Anlage zu ermitteln, soll das Bodendenkmalamt nun angeblich eine sogenannte „C-14-Datierung“ in Auftrag gegeben haben. Archäologen können damit den Nachweis der Echtheit eines Bauwerks erbringen. Die Kosten: Tausende von Euro. Aszmann nimmt das als weiteren Beleg seines historischen Funds. „Warum sollen die so viel Kohle investieren, wenn an der Sache nix dran ist?“ Als Architekt plante er früher Großprojekte, die in den Himmel wuchsen. Heute wächst ihm höchstens eine lange Nase ...

Moorburg
Seit dem frühen 19. Jahrhundert sucht man nach der sagenumwobenen Moorburg, einer Schutz- und Trutzburg gegen Piraten. Man vermutet sie zwischen Moorburger Elbdeich und Drewer Hauptdeich. Bisher blieb die Suche erfolglos.
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