Seit 20 Jahren erfolgreich im Ring

Alen Degirmenci (14, l.) boxt seit einem halben Jahr. Von Berat Aciksari kann er viel lernen.

Finkenwerder Boxtruppe feiert runden Geburtstag

von Annekathrin Buruck

Können wir hier in der Turnhalle etwas für unsere Jungs machen?“ Mit dieser Frage von Mecit Cetinkaya hat alles angefangen. Dass er kürzlich mit einer überaus erfolgreichen Boxtruppe 20-jähriges Bestehen feiern würde, war damals nicht absehbar.
„Ich wollte einfach etwas für die Jugendlichen hier tun“, erklärte Cetinkaya (43) der als Achtjähriger mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland gezogen war. Bald hatte er rund 40 Jungen, die meisten mit ausländischen Wurzeln, in der Turnhalle des TUS Finkenwerder um sich geschart. Zuerst spielten sie Fußball oder Volleyball, veranstalteten gemeinsame Picknicks. Aber die Jungs wollten mehr. „Du hast doch selbst früher geboxt“, erinnerten sie ihren Trainer, „zeig uns, wie das geht.“
Mecit Cetinkaya hängte einen Boxsack auf, und dann ging es Schlag auf Schlag. 1992 meldete er seine Truppe beim Hamburger Amateur-Box-Verband an; 1993 nahmen gleich vier Finkenwerder Jungen an der Hamburger Jugendmeisterschaft teil. „Alle vier haben gewonnen“, erinnert sich Cetinkaya stolz.
Seitdem hat es viele Siege gegeben. Ömer Okumus wurde 2009 türkischer Jugendmeister, Berat Aciksari ein Jahr später. Seit neun Jahren ist der inzwischen 20-Jährige dabei. „Boxen ist Teil meines Lebens“, erzählt Berat. Zwei frühere Finkenwerder Boxer – Mahir Oral und Gökalp Özekler – sind sogar ins Profilager gewechselt.
Noch wichtiger als die sportlichen Siege sind für Mecit Cetinkaya aber die Erfolge im Leben seiner Schützlinge. „Schule und Ausbildung dürfen durch den Sport nicht leiden“, macht er unmissverständlich klar. Und so hilft er seinen Boxern nicht nur in der Turnhalle oder im Ring, sondern auch mal bei der Suche nach einer Lehrstelle.
Auch hier hat er Grund, auf seine Jungs stolz zu sein. „Einmal rief mich ein Meister an und sagte: ‚Du hast mir einen Jungen geschickt, der hat nicht mal Hauptschulabschluss, aber der ist richtig toll’“, erzählt Cetinkaya stolz.
Und weiterer Nachwuchs steht schon in den Startlöchern. Tolga (11) und Melvin (12) trainieren regelmäßig in der Halle. „Früher haben wir Fußball gespielt, aber Boxen gefällt uns besser“, sind sich die beiden einig.
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