Schlüssiges Gesamtkonzept fehlt weiter

Wenn die A26 fertig ist, soll es im Marschkamper Deich keine Lkw mehr geben. (Foto: Marion Göhring)

Vorgestelltes Gutachten über die Verkehrssituation in Süderelbe bringt nur wenig Neues

von Marion Göhring, Süderelbe
Unglaublich, aber wahr: Für die Verkehrsplanung im Hamburger Süden gibt es seit Jahrzehnten kein einheitliches Konzept. Bei allen Projekten wie der A26, der Ortsumgehung Finkenwerder oder der Hafenquerspange handelt es sich demnach um Einzelmaßnahmen. Das wurde im Harburger Stadtplanungsausschuss deutlich, als ein Gutachten des Beraterbüros TCI Röhling Transport Consulting International vorgestellt wurde.
Das Gutachten ist seit Jahren in Arbeit, sollte schon „spätes-tens“ im Herbst 2010 vorgestellt werden. Dann kam aber der Regierungswechsel in Hamburg dazwischen, der schwarz-grüne Senat wurde durch den SPD-Senat abgelöst. „Wir haben das Gutachten dann erst einmal ein Jahr liegen gelassen“, sagte
Christoph Heintzmann von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. „Wir wussten ja nicht, wie es weitergehen soll.“ Jetzt ist das Gutachten endlich im Bezirk Harburg vorgestellt worden, ein Konzept für die Verkehrsplanung ist es aber auch nicht. Es seien lediglich Analysen über die jetzige Belastung und ein Modell für Prognosen zur künftigen Belastung erstellt worden, beteuerte Dr. Wolfgang Röhling vom TCI-Gutachterbüro. Nicht nur CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer war verärgert: „Wir fordern schon seit den 90er-Jahren ein Verkehrskonzept für den Süderelberaum.“
Die Erkenntnisse des Gutachtens sind eher belanglos. Dass die Verkehrsbelastung im Süderelberaum bis zum Jahr 2025 um durchschnittlich mehr als 20 Prozent zunehmen wird, war auch ohne Analysen und Prognosen zu befürchten. Und für die Erkenntnis, dass der Verkehr auf der B73 zurückgehen wird, wenn die A26 eines Tages fertig ist, brauchte man auch keine Verkehrsexperten. Immerhin warnen die Gutachter vor einer Abschwächung dieses Effekts, wenn die A26 an der A7 in Höhe Moorburg enden sollte und in absehbarer Zeit nicht als Hafenquerspange bis zur A1 weitergebaut wird.
Kleiner Trost für die Neuenfelder: Die Gutachter empfehlen nach Fertigstellung der A26 ein Durchfahrverbot für Lkw über den Marschkamper Deich. Zurzeit fahren täglich rund 200 Lkw durch die Enge Wohnstraße – für sie ist es immer noch die kürzes-te Strecke zum Airbus-Werk.
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