Schlecker: Viele Filialen schon vor der Insolvenz dicht

Maik Reimann kauft nur ab und zu hier ein. Doch für viele Stammkunden ist die Schlecker-Filiale im Rehrstieg 32 auch ein Ort, wo man sich kennt und einen Schnack halten kann. (Foto: Steffen Kozieraz)

Kunden bangen um die letzten beiden Läden in Neuwiedenthal

von Steffen Kozieraz, süderelbe
Wie viele Schlecker-Filialen der Insolvenz zum Opfer fallen, kann und will im Moment niemand sagen. Wahrscheinlich müssen die Entscheider bei Deutschlands größter Drogeriekette zunächst selber mal schauen, welche Filialen es noch gibt. Denn so einige wurden bereits in den vergangenen Jahren geschlossen - darunter auch etliche in Süderelbe.
Da laut Unternehmenssprecher Patrick Hacker „derart regionalisierte Abfragen über die Software nicht möglich sind“, hat sich das Wochenblatt umgesehen. Die Filiale in der Neugrabener Bahnhofstraße ist verschwunden – schon seit gut einem halben Jahr, heißt es bei den Anwohnern. Zwei weitere Läden in der Cuxhavener Straße und einer in Finkenwerder sind zwar noch bei Google Maps verzeichnet, doch laut Filialfinder der Schlecker-Homepage existieren lediglich noch die beiden Geschäfte im Neuwiedenthaler Rehrstieg. Von einst sechs Läden im Gebiet Süderelbe sind demnach nur noch zwei übrig!
Die Kassiererin in der Filiale Rehrstieg 50b hofft, dass dies auch nach der Insolvenz so bleibt. „Dieser Laden läuft gut! Ich denke da positiv,“ betont sie. Ihre Kunden sehen das differenzierter. Viele ältere Leute seien hier Stammkunden, weiß Maik Reimann, doch die jüngere Generation laufe schnurstracks am Schlecker vorbei Richtung Supermarkt. Dahin, wo die Auswahl größer und die Preise kleiner sind. Die Filiale liegt mitten in einem Wohngebiet, abseits weiterer Einkaufsmöglichkeiten. Anwohner und Schlecker-Kunde Sergey Ponomarenko sähe genau deshalb ein Schließung höchst ungern: „Das wäre schlimm. Diese Schlecker-Filiale brauchen wir auf jeden Fall! Das Sortiment ist gut,“ verteidigt der junge Vater seinen Schlecker vor Ort.
„For You – Vor Ort“, so heißt der Slogan von Schlecker. Neben den Vorwürfen des unfairen Umgangs mit seinen Angestellten wurde in der Öffentlichkeit häufig die Standortwahl der Filialen kritisiert: zu abgelegen, zu versteckt und oft in unattraktiven Bauten untergebracht. Momentan haben alle Filialen normal geöffnet, bestätigt der Schlecker-Sprecher. Auch liefern zwei Wochen nach dem Insolvenzantrag wieder über 150 Hersteller an den Drogerist.
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