Schandflecke statt Werbeflächen

Vorher: Bis 2010 wurde die Tafel am Neuwiedenthaler Bahnhof wild beklebt.

Stadtteiltafeln gammeln vor sich hin – gemeinnützige Vereine könnten sie kostenlos nutzen

Halb abgerissene Plakate, längst verstrichene Termine, abblätternde Farbe und morsches Holz: Die Stadtteiltafeln in Neuwiedenthal und Neugraben geben ein trauriges Bild ab. Dabei könnten gemeinnützige Vereine die städtischen Werbetafeln kostenlos nutzen. Schließlich ist es zuweilen nicht einfach, Teilnehmer für Kurse zu finden, oder bei Konzerten und Aufführungen dafür zu sorgen, dass Künstler nicht vor leeren Reihen spielen. Geld für Werbung haben viele Vereine nicht. Dennoch wird zurzeit nur eine der fünf Stadtteiltafeln regelmäßig genutzt.
Während die Tafeln am Neugrabener Markt, vor der Falkenbergshalle, am S-Bahnhof Neugraben und in der Neuwiedenthaler Straße vor sich hin gammeln, hat sich 2010 der Verein „Neuwiedenthal aktiv“ die Werbefläche am S-Bahnhof Neuwiedenthal gesichert. „Für Öffentlichkeitsarbeit ist die Tafel sehr hilfreich“, sagt Ralf Marks, Leiter des Stadtteilhauses und ehemaliges Vorstandsmitglied von Neuwiedenthal aktiv. Er hat die Nutzung damals beim Bezirk Harburg beantragt. „Es kommen dadurch nicht die Massen, aber das wäre auch illusorisch. Für uns lohnt sich die Tafel aber auf jeden Fall“, sagt Marks. So fand der Verein auf diesem Wege zum Beispiel neue Vorstandmitglieder, im Sommer kündigte er sein Ferienprogramm an, und auch die Termine des regelmäßigen Kinderkinos können alle Neuwiedenthaler hier nachschauen.
Damit die Tafel jedoch wahrgenommen wird, müsste man sich immer wieder etwas neues einfallen lassen und jeden Monat etwa zwei bis drei Stunden investieren, meint Marks. „Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Vielen ist das zu viel Arbeit“, sagt er. Marks vermutet, dass besonders kleine Vereine, vor dem zusätzlichen Aufwand zurück-schrecken würden. Denn wer eine Stadtteiltafel vom Bezirk übernimmt, verpflichtet sich, sie in einem ordentlichen Zustand zu halten und wild geklebte Plakate zu entfernen, erklärt Bezirkssprecherin Bettina Maak. „Bisher hat kein Verein Interesse bekundet“, sagt sie. Deshalb wolle man jetzt prüfen, ob überhaupt Bedarf besteht und die Stadtteiltafeln gegebenenfalls abmontieren.

Info: Stadtteiltafeln
Interessierte Vereine bekommen hier nähere Infos und können einen formlosen Antrag für die Nutzung der Stadtteiltafeln stellen: Bezirksamt Harburg, Zentrum für Wirtschaft, Bauen und Umwelt, Harburger Rathausforum 2, 21073 Hamburg, Tel. 428 71 20 30, sondernutzungen@harburg.hamburg.de.
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1 Kommentar
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Senioren Freizeitgruppe Elbvororte aus Altona | 14.11.2013 | 12:48  
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