Schätze suchen unter Unkraut

Jetzt erntereif: Radieschen.

Fischbek: Bezirksamt gibt grünes Licht für Gartenprojekt „Erntezeit“

von Anna Sosnowski
Fischbek. An manchen Stellen auf der rund einen Hektar großen Wiese an der Fischbeker Heide steht das Unkraut hüfthoch. Doch auch 25 leckere Gemüsesorten sprießt hier aus der Erde. Zwei Monate musste das Ehepaar Jule und Henry Vickery um ihr Gartenprojetzt „Erntezeit“ bangen. Jetzt können sie die 75 Quadratmeter großen Gemüsebeete endlich an die „Erntezeitler“ – Großstädter, die sich als Gemüsebauern versuchen wollen – übergeben.
Zum Hintergrund: Nach Protesten von Anwohnern aus den Straßen Langengrund, Hogenbrook und Babenbrook, die unter anderem Lärmbelästigung und durch die Hobbygärtner zugeparkte Straßen fürchteten, stoppte das Harburger Bezirksamt die für den 1. Mai geplante Übergabe der Gärten. Um auf dem Stück Land, das sie vom Biohof Facklam gepachtet haben, Gemüse anbauen zu dürfen, mussten die Vickerys einen Antrag auf Nutzungsänderung stellen. Zwei Monate brauchte das Bezirksamt Harburg um darüber zu entscheiden. Jetzt gibt es endlich grünes Licht für „Erntezeit“.
Mit der Genehmigung des Bezirks flatterte jedoch auch ein Gebührenbescheid über 1.220 Euro in den Briefkasten der Vickerys. Zudem hat die Zwangspause nicht nur auf dem zugewucherten Acker Spuren hinterlassen. „Wir haben Einnahmeverluste von über 8.000 Euro“, berichtet Jule Vickery. Der Grund: Mehr als die Hälfte der ursprünglich 60 Teilnehmer sind durch die Verzögerung abgesprungen. Dafür legen sich die 26 übrig gebliebenen Erntezeitler jetzt mächtig ins Zeug, um ihre Gärten von wild wucherndem Unkraut zu befreien. Ihre Arbeit wird umgehend belohnt, denn darunter verstecken sich erntereife Kopfsalate, Radieschen und Spinat. „Das ist wie eine Schatzsuche“, meint Jule Vickery. Sie findet trotz des finanziellen Rückschlag sogar etwas Positives in der späten Übergabe der Gärten. Vickery: „Jetzt kann man sofort mit der Beute nach hause gehen.“
Wer in einem der 34 freien Gärten selbst Gemüse ernten möchte, kann sich unter S 84 05 24 67 anmelden. Das Projekt läuft bis Ende Oktober. Durch die verkürzte Saison kostet die Teilnahme nun 100 Euro statt der ursprünglichen 160 Euro.
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