Sand im Getriebe war schuld

Feinsand hat das Anheben des Sperrwerkstors verursacht, wie Fachleute der Sietas-Werft herausgefunden haben. (Foto: Annekatrin Buruck)

Fachleute der Sietas-Werft finden Ursache für Estesperrwerk-Defekt

von Annekatrin Buruck, Cranz
Feinsand ist die Ursache für die Havarie des Estesperrwerks vom vergangenen Dezember. Das haben Spezialisten der Sietas-Werft herausgefunden, die das Sperrwerkstor seit Anfang Mai untersuchen. „Es war kein schwerer Gegenstand, wie ursprünglich angenommen“, erklärt Alexander Schwertner, Sprecher der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA). Vielmehr hatte sich angespülter Sand so stark verdichtet, dass er das Tor beim Schließen plötzlich um 70 Zentimeter und die darüber liegende Straßenbrücke um 15 Zentimeter nach oben drückte.
Die Vermutung, die Elbvertiefung könne schuld an dem Debakel sein, weist Schwertner zurück. „Dass dort Sand angespült wird, ist völlig normal, nur die Konzentration und die Verdichtung waren neu“, so der HPA-Sprecher. Eine Verkettung unglücklicher Umstände also.
Die letzte Elbvertiefung sei bereits 1999 abgeschlossen gewesen, in den Jahren 1999/2000 war das Sperrwerk in seiner jetzigen Form gebaut worden. „Der Sand, der jetzt das Tor beschädigt hat, ist sehr schnell geflossen“, ergänzte Schwertner, „das war eine kurzfristige Sache.“
Das Problem mit den Sandablagerungen ist bei HPA schon lange bekannt, daher wurde der Sperrwerksbereich schon immer gespült. Das soll in Zukunft noch häufiger getan werden. „Außerdem werden wir im Zuge der Reparaturarbeiten eine Höhenkontrolle einbauen, die sofort auslöst, wenn sich das Tor hebt“, erklärte Schwertner. Spezielle Niederhalter sollen zudem ein Anheben des Tors verhindern.
Auch zum leidigen Thema der Busanbindung nach Cranz gibt es Neuigkeiten. In der Zeit zwischen dem 23. Juni und dem 15. Juli wird das Sperrwerk vorübergehend freigegeben. Dann soll auch der 150er Bus seine normale Route durch Cranz bis zum Estebogen fahren. Das gab André Trepoll, CDU-Bürgerschaftsabgeordneter für Süderelbe, bekannt. Er hatte sich bei der Verkehrsbehörde für eine bessere Busanbindung eingesetzt. „Und für den Weg zur Elbfähre Cranz-Blankenese sowie zur Rollbrücke ist eine Kleinbuslinie in Planung“, ergänzt er.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.