Rückblick 2015: Schnell Platz für viele Schutzsuchende schaffen

Auf dem Parkplatz der Pella Sietas-Werft werden Container aufgestellt. Im nächsten Februar sollen dort Zuwanderer und Wohnungslose einziehen. (Foto: lenthe)

Flüchtlingswelle überrollte Süderelbe

Süderelbe – Mitte September trafen die ersten 290 Flüchtlinge in Süderelbe ein, darunter viele Kinder. Erschöpft von ihrem langen Weg quer durch Europa fanden sie im ehemaligen Obi-Baumarkt erst mal eine Unterkunft.
Die Stadt kaufte das ehemalige Obi-Gelände kurzerhand, um dort bis zu 740 Schutzsuchende in Containern oder im Baumarktgebäude unterbringen zu können. Hier entstand eine Zentrale Erstaufnahme (ZEA).
Doch es wurde schnell vielmehr Platz gebraucht, denn der Flüchtlingsstrom aus den Krisengebieten riss nicht ab. So wurde Am Aschenland I Platz für 458 Schutzsuchende geschaffen. Im Aschenland II sollen Plätze für 3.000 Flüchtlinge gebaut werden. Knapp 4.200 Flüchtlinge sollen hier dauerhaft untergebracht werden.
Zahlreiche Helfer gründeten spontan die Initiative „Willkommen in Süderelbe“, halfen vor Ort, sortierten Spenden und kümmerten sich um die Geflüchteten.
Die schnelle Unterbringung so vieler Flüchtlinge rief Ortspolitiker sowie Anwohner des gegenüber liegenden Neubaugebietes Vogelkamp auf den Plan. Die Politik bemängelte, dass Kindergärten, Schulen und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche fehlten, um die Integration zu ermöglichen.

Rücktritt nach Bepöbelungen der Ehefrau

Es gründete sich die Initiative „Nein zur Politik. Ja zur Hilfe“. Laut Initiative könne Integration nur gelingen, wenn nur 1.500 Schutzsuchende im Stadtteil einquartiert werden. Ihr Sprecher war bis Anfang dezember Uwe Schröer. Nachdem seine Ehefrau beim Einkauf bepöbelt wurde, legte er sein Amt bis Jahresende nieder.
Auch die so genannte „Hundewiese“ an der Buskehre der Linie 240 geriet ins Blickfeld, um dort Unterkünfte für 500 Flüchtlinge zu erstellen. Dagegen protestierte die Bürgerinitiative Waldfrieden: Sie forderte, die Wiese zu erhalten.
In Neuenfelde wird die Bevölkerung im nächsten Jahr um zehn Prozent wachsen: Dann werden 462 Flüchtlinge und Wohnungslose in Container auf dem Sietas-Parkplatz einziehen. Da die Werft nicht so gut wie erhofft läuft, werden die Parkplätze nicht gebraucht. Pella Sietas hat mit dem betreiber der Unterkunft, fördern & wohnen, einen Fünfjahresvertrag über die Nutzung von 6.000 Quadratmetern geschlossen. Bleibt abzuwarten, ob die Flüchtlinge dort bleiben können: Das Gebiet ist nicht flutsicher.
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