Radio aus dem Hochhaus

Je nach Zeit und Lust spielt Ilona Baule bis zu drei Mal die Woche Musik auf ihrem Internetsender www.funstation-fm.de – am liebsten Rock. „Es macht wahnsinnig viel Spaß!“, sagt die Moderatorin. Als Rausschmeißer spielt sie immer „Purple Rain“ und spricht dann ihren Abschiedssatz: „Ich sage bye bye, au revoir und wie man in Hamburg sagt: und Tschüs, eure Modi Ilona.“

Neuwiedenthalerin Ilona Baule gründet Internetsender – Moderatoren gesucht!

Ilona Baule braucht nicht viel, um ihre Lieblingslieder mit anderen zu teilen. Ein Computer, ein Mikrofon und eine schnelle Internetverbindung genügen. Im Mai 2012 gründete sie gemeinsam mit ihrem Sohn den Internetsender www.funstation-fm.de. Wenn sich die 60-Jährige ans Mikro setzt, ist sie in ihrem Element. „Hier ist eure Modi Ilona aus dem Sendestudio Hamburg“, begrüßt sie ihre Hörer. In der Regel hören ihr bis zu 40 Menschen über das Internet zu. Etwa drei Mal die Woche geht Baule in ihrer zweieinhalb Zimmer Wohnung in einem Neuwiedenthaler Hochhaus auf Sendung. Einen der Räume hat sie dafür zum Studio umfunktioniert.
Die Neuwiedenthalerin und ihr Sohn sind die Chefs des nichtkommerziellen Senders. Alle anfallenden Kosten, beispielsweise Gema-Gebühren für das Abspielen der Songs, zahlt Baule aus eigener Tasche. Das Radioprogramm gestaltet sie gemeinsam mit einem Team von 20 Moderatoren, die ebenfalls vom heimischen Rechner aus senden. Jeden Morgen um 8 Uhr geht es los, registiert die Homepage spät abends weniger als fünf Zuhörer, machen die Moderatoren Feierabend und schalten auf Auto-DJ um, der eine Musikschleife spielt.
Die „Modis“ wie Baule ihre Kollegen liebevoll nennt, senden aus ganz Deutschland. Sie kommen aus Koblenz, Bremen, Gifhorn, Flensburg, Mannheim, Köln und Chemnitz. Mittlerweile sei man ein richtiges Team geworden. „Bei uns kann jeder mitmachen“, betont die Moderatorin. Alle spielen Musik, die sie mögen – von Gothik bis Schlager ist alles dabei. Im Sendeplan können Hörer online nachschauen, wann welcher Moderator dran ist.
Seit Baule im Sommer ihren Arbeitsplatz verloren hat, sei ihr der Sender noch wichtiger geworden. „Er ersetzt einiges“, gibt sie zu. Vielen der Moderatoren gehe das so. Sie verbringen durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit viel Zeit zu Hause. „Bei uns machen sie etwas Sinnvolles, anstatt rumzusitzen und ein Bier nach dem anderen zu trinken“, meint Baule. Die Arbeit beim Sender gebe ihnen das Gefühl, etwas wert zu sein und dazu zu gehören – auch ohne Job.
Mit dem Radiosender will sich Baule zudem sozial engagieren. Mit einer Tombola hat sie bereits über 200 Euro für den Förderkreis zu Gunsten unfallgeschädigter Kinder gesammelt. Eine ähnliche Aktion für ein Kinderhospiz ist bereits in Planung.


Wer macht mit?
Wer Lust hat, selbst eine Sendung zu moderieren, kann sich bei Ilona Baule über die Homepage www.funstation-fm.de melden. Moderatoren brauchen einen Computer mit schneller Internetleitung. Interessierte ab 18 Jahren können mitmachen.
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