Protest gegen Rewe an der Cuxe

So soll der Rewe-Markt an der Ecke Cuxhavener Straße/Bauernweide aussehen. (Foto: Foto: itw Zietz Planungs- und Verwaltungsgesellschaft)

Neugrabener Gewerbetreibende und viele Anwohner halten geplanten Standort für falsch

von Marion Göhring, Neugraben
Bisher schien alles klar zu sein: Das Autohaus Rubbert gibt seine bisherigen Geschäftsräume an der Ecke Cuxhavener Straße/Bauernweide auf und vermietet sie an die Firma Rewe, die dort einen Vollsortiment-Lebensmittelmarkt eröffnet.
Doch jetzt kippt die Stimmung plötzlich. Rund 200 Neugrabener hatten sich im Gymnasium Süderelbe eingefunden, um sich über die Pläne von Rewe zu informieren. Unter ihnen war allerdings nur eine knappe Handvoll von Anwohnern, die einen Rewe-Markt an dieser Stelle wollen. Alle anderen lehnen diese Pläne ab.
Am deutlichsten wurde Helmut Raloff, früher (1977 bis 1984) einmal Harburger Bezirksamtsleiter, jetzt die graue Eminenz der SPD in Süderelbe: „Ich begrüße es, wenn Rewe im Neugrabener Zentrum einen Lebensmittelmarkt eröffnet. Ich bin aber dagegen, dass er an dieser Stelle eröffnet wird.“ Raloff verwies auf den noch gültigen Bebauungsplan. Er schließe Einzelhandel an dieser Stelle ausdrücklich aus. Ein Gutachten zur Situation des Einzelhandels in Neugraben warne ebenfalls vor einer Ansiedlung an der Cuxhavener Straße. Das ohnehin schwächelnde Zentrum werde dadurch nachhaltig geschwächt.
Unterstützung erhielt Raloff auch von Neugrabener Bürgern, die Bezirksamtsleiter Thomas Völsch gestern in der Bezirksversammlung eine Liste mit Unterschriften gegen die Rewe-Pläne überreichten. Zuvor schon hatten Feinkosthändler Kai Mecklenburg und eine Reihe anderer Kaufleute gegen die Rewe-Ansiedlung außerhalb des Zentrums protestiert. „Rewe an der Cuxhavener Straße wird Kaufkraft aus dem Zentrum abziehen und damit zum weiteren Verfall beitragen“, sagt Mecklenburg.
Vertreter der steg (Stadterneuerungs- und Stadtentwick-lungsgesellschaft Hamburg mbH), die die Entwicklung des Stadtteils voranbringen soll, hatten sich hingegen vorher schon für die Rewe-Pläne ausgesprochen.
Die Vertreter der SPD-Bezirksfraktion, die gemeinsam mit CDU und FDP die Aufstellung eines maßgeschneiderten „Rubbert-Bebauungsplans“ beschlossen hatten, verließen den Saal nachdenklich. Ein Abgeordneter: „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“
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2 Kommentare
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Jochen Elter aus Wilhelmsburg | 25.01.2012 | 11:34  
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