Poller für mehr Sicherheit

Bei Gegenverkehr müssen Autofahrer vor den Betonringen stehenbleiben und sich gegenseitig passieren lassen. Die Hindernisse aufzustellen hat nach Angaben des Bezirksamts Hamburg-Mitte rund 850 Euro gekostet.
 
Zusätzlich zu den Betonringen sollen auf der Fahrbahn eingezeichnete Parkplätze den Autoverkehr im Hein-Saß-Weg verlangsamen.

Betonringe und neu eingezeichnete Parkplätze sollen Autofahrer zwingen, im Hein-Saß-Weg langsamer zu fahren

Kurz vor dem Industriegebiet erschweren vier große Betonringe Autofahrern im Hein-Saß-Weg seit Mitte Juli die freie Fahrt. Die Hindernisse sollen dafür sorgen, dass Pkw- und Lkw-Fahrer beim Umfahren den Fuß vom Gaspedal nehmen müssen und so auf dem Weg zur Rüschhalbinsel nicht durch das Wohngebiet rasen können. „Das funktioniert nicht“, sagt Bettina Grahammer, die seit fünf Jahren im Hein-Saß-Weg lebt. „Gerast wird hier immer noch. Jetzt im Slalom.“
Mit bis zu 70 Stundenkilometern würden manche Autofahrer durch die Tempo-30-Zone brettern, behauptet sie. Über den Lärm, den sie dabei verursachen, beschwert sich Grahammer schon seit langem. „Wenn ich gewusst hätte, wie laut es ist, wäre ich hier nie eingezogen“, sagt sie. „Den Autolärm kann ich trotz Ohropax noch hören.“ In den vergangenen Jahren hat die lärmgeplagte Mieterin bei Politik und Polizei immer wieder um Hilfe gebeten. Als die Betonpoller aufgestellt wurden, war Grahammer glücklich, dass endlich etwas passiert. Doch weder die Poller noch die neu auf beiden Straßenseiten eingezeichneten Parkplätze hätten den Autolärm reduziert, sagt sie enttäuscht.
Das sei auch gar nicht das vorrangige Ziel der Maßnahmen gewesen, erklärt Hartwig Behrens, Regionalbeauftragter für Finkenwerder. Hier gehe es um die Verkehrssicherheit. Denn mit dem wachsenden Gewerbegebiet auf der Rüschhalbinsel rolle immer mehr Verkehr durch den Hein-Saß-Weg. So viel, dass die stark befahrene Straße eine sichere Querung brauchte. „Wir haben festgestellt, dass die Straße massiv von Jugendlichen und Kindern genutzt wird“, meint Hartwig. Sie könnten die Straße nun an den Betonringen überqueren.
Besonders morgens sei das bisher schwierig gewesen, sagt Anwohnerin Martina Stölting. „Mein Sohn hat öfter erzählt, dass er auf dem Weg zur Schule hier fünf, sechs Minuten an der Straße gestanden hat und nicht rüber kam“, berichtet sie. Das habe sich jetzt gebessert. Zudem würden nun merklich weniger Autos die Straße entlang fahren, meint Stölting. „Nur der Lkw-Verkehr ist nicht weniger geworden. Aber ich glaube, die fahren hier noch ein paar mal längs und sind irgendwann so genervt, zwischen den engen Pollern manövrieren zu müssen, dass sie auf andere Straßen ausweichen“, hofft sie.


Verkehr im Hein-Saß-Weg – Das sagt die Polizei:
Um zu überprüfen, wie schnell im Hein-Saß-Weg gefahren wird, hat die Polizei wiederholt für einen kurzen Zeitraum ein sogenanntes Verkehrsstatistikgerät aufgestellt. „Es wird keinesfalls gerast“, zieht Rolf Zcernikow vom Polizeikommissariat 47 Bilanz. Einen stationären Blitzer würde man nur aufstellen, wenn es an der Stelle zuvor zahlreiche Unfälle gegeben hätte, was glücklicherweise nicht der Fall sei. „Es gibt ganz andere Brennpunkte“, sagt Zcernikow. Trotzdem wolle man die Verkehrssituation im Hein-Saß-Weg weiter beobachten und gegebenenfalls wieder die Geschwindigkeit der Autofahrer messen.
Problematisch sei jedoch, dass die Straße von Lkw- und Pkw-Fahrern verstärkt als Durchfahrtstrecke genutzt werde. „Eine Anbindung an das Gewerbegebiet Rüschhalbinsel durch das Wohngebiet ist so nicht sinnvoll“, so der Verkehrsexperte. Eigentlich sollten Lkw den Rüschweg nutzen, um ins Gewerbegebiet zu kommen. Diese Route sei auch ausgeschildert, viele würden den Umweg jedoch nicht in Kauf nehmen wollen. AS
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