Plant der Senat eine neue Großsiedlung?

Im Flächennutzungsplan sind die Gebiete für „Wohnungsbau und Grünflächen“ gerade in „landwirtschaftliche Flächen“ (rot unterlegt) geändert worden. (Foto: Marion Göhring)

Harburger CDU fürchtet Bau von 1.000 Wohnungen nördlich von Sandbek, SPD winkt ab

von Marion Göhring, Fischbek
Die Aufregung um die Zukunft des alten Fischbeker Kasernengeländes hat sich noch nicht gelegt, da schlägt die Harburger CDU schon wieder Alarm. Kreisvorsitzender Ralf-Dieter Fischer fürchtet, dass der Senat jetzt ein Wohnungsbauprojekt aus „grauer Vorzeit“ aus der Schublade holt und nördlich der S-Bahn eine weitere Großsiedlung baut. Sie würde westlich an das „Elbmosaik“ am Bahnhof Neugraben anschließen und bis zur Station Fischbek reichen.
Diesen Plan, den es Anfang der 90er-Jahre tatsächlich schon einmal gab und damals als NF II (römisch 2) bezeichnet wurde, scheint es immer noch zu geben – glaubt Fischer: „Als die Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau neulich auf Tour durch den Bezirk Harburg war, hat sie die Möglichkeit angedeutet.“ Für Fischer ist das eine Horrorvorstellung: „Erst sollen auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne fast doppelt so viele Wohnungen wie ursprünglich geplant untergebracht werden. Und dann kommt noch eine weitere Großsiedlung mit 900 Wohneinheiten in die Region.“
Abgesehen von den verheerenden Folgen für das soziale Gefüge im Süderelberaum werde es äußerst schwierig werden, zwischen Bahn und dem Naturschutzgebiet in der Marsch eine weitere Siedlung unterzubringen. Fischer: „Das Gebiet ist extrem sensibel.“ Als es mal Überlegungen gegeben habe, in der Gegend um die frühere Wohnunterkunft Am Aschenland noch ein paar Wohnungen zu bauen, habe es schon einen großen Aufschrei der Naturschützer gegeben.
Der Neugrabener SPD-Bezirksabgeordnete Heinz Beeken winkt ab: „Ich war schon damals gegen diese Siedlung, und meine Meinung hat sich nicht geändert. Mehr als 900 zusätzliche Wohnungen kann diese Region nicht verkraften.“ Fischer möge sich beruhigen, jetzt würden erst einmal die vorhandenen Pläne umgesetzt. Gerade hätten die konkreten Planungen für den zweiten Bauabschnitt des Elbmosaik begonnen, dazu kämen knapp 800 Wohnungen auf dem Röttiger-Gelände in Fischbek. Beeken: „Der übergeordnete Flächennutzungsplan gäbe so eine weitere Sieldung gar nicht her. Und bisher gibt es keinerlei Anstalten, dies zu ändern.“
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