Pfusch am Bau?

Der Schaden an der Straße ist schon seit Ende August bekannt. Mit den Bauarbeiten hat die Realisierungsgesellschaft (Rege) gewartet, bis die Sanierung der Ostfrieslandstraße fertiggestellt war, um Finkenwerder ein größeres Verkehrschaos zu ersparen.

Finkenwerder Umgehungsstraße: Kein Jahr alt und schon ist die erste Reparatur fällig

Am 12. Dezember wird die Finkenwerder Umgehungsstraße ein Jahr alt. Ein Grund zum Feiern? Wahrscheinlich nicht, denn zu diesem Zeitpunkt ist die Straße wieder eine Baustelle. Auf Höhe des Schlickhügels müssen die Bordsteine neu befestigt werden. Dafür ist die Straße, die mittlerweile An der alten Süderelbe heißt, ab sofort bis zum 15. Dezember halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird mit einer Ampel um den etwa 130 Meter langen Baustellen-Abschnitt herum geleitet. Autofahrer müssen durch die Verkehrsbehinderung mit Staus rechnen. Eine Umleitung wird es laut Polizei nicht geben.
Doch wie kann es sein, dass die Straße, deren reine Baukosten allein bei 42,7 Millionen Euro lagen, nach so kurzer Zeit schon Reparaturen benötigt? Reinhard Stadie, Projektleiter bei der Realisierungsgesellschaft Hamburg (Rege), die für den Bau der Straße verantwortlich ist, erklärt: „Wir gehen davon aus, dass die Bordsteine von einem Lkw beschädigt wurden.“ Vor Ort habe man schwarze Spuren gefunden, vermutlich durch Reifen verursacht.
Doch warum hielt der Bordstein dem Lkw nicht Stand? Schließlich ist die Straße gerade dafür gebaut worden, den Schwerlastverkehr um Finkenwerders Ortskern herumzuleiten. Stadie sagt dazu nur so viel: „Schäden an Straßen kann es immer mal geben.“ Mit Pfusch am Bau habe das nichts zu tun. Die Rückenstütze des Bordsteins will man dennoch verstärken, um einen erneuten Schaden möglichst zu vermeiden. „Wichtig ist, dass der Schaden jetzt behoben wird, damit er nicht größer wird“, sagt der Rege-Projektleiter. Denn zwischen den wackeligen Bordsteinen und der Asphaltdecke könnte sich Wasser sammeln. Wie teuer die Arbeiten sein werden, will Stadie nicht sagen.
In Finkenwerder hat man wenig Verständnis für die erneuten Bauarbeiten an der Umgehungsstraße. „Ich finde das alle mehr als peinlich“, sagt Ralf Neubauer, SPD-Fraktionschef im Regionalausschuss. „Und dass man dafür drei Wochen braucht, ist schwer zu verstehen.“ Auch Matthias Lloyd, Finkenwerder CDU-Frak- tionschef, kann nur den Kopf schütteln. „Das kann nicht angehen. Es ist unverständlich, dass bei den hohen Baukosten kaum ein Jahr später schon Sanierungskosten anfallen“, sagt er.
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