Pfeifen on Tour

Pastorin Miriam Polnau, Kirchenvorsteher Jürgen Kwapp unterzeichnen mit Orgelbaumeister Kristian Wegscheider (v.l.) den Vertrag zur Restaurierung der Neuenfelder Orgel. (Foto: pr)

Neuenfelder Arp-Schnitger-Orgel wird in Dresden restauriert

Neuenfelde – Jetzt muss sie weg: die berühmte Arp-Schnitger-Orgel in der St. Pankratius-Kirche. An ihr hat der Zahn der Zeit genagt. Mitte nächsten Jahres wird sie nach Dresden gebracht. Dort wird sie voraussichtlich anderthalb Jahre restauriert. Der Vertrag mit Orgelbaumeister Kristian Wegscheider wurde jetzt unterschrieben.
Die 1.300 Pfeifen sitzen nicht mehr fest, es bildet sich Bleizucker in den Röhren, und Schimmel macht sich in der Orgel breit. Kurz: Die 1688 fertiggestellte Arp-Schnitger-Orgel muss dringend restauriert werden. Deshalb wird sie Mitte nächsten Jahres demontiert und nach Dresden gebracht, wo Orgelbauer Wegscheider das gute Stück wieder herrichten wird.
Bis es so weit ist, hat Kirchenmusiker Hilger Kespohl vor Ort in Neuenfelde alle Hände voll zu tun. Der Experte für alte Musik und historische Orgeln mag seine Aufgabe: „Als Orgelsachverständiger weiß man, wo die Herausforderungen warten, und ich habe genau diese Herausforderung gesucht“, so Kespohl. Seit dem Jahr 2007 ist er für die Neuenfelder Gemeinde tätig und bereitet die Restaurierung der Orgel vor.
Sie ist ein wahres Prunkstück. Arp Schnitger fertigte sie passgenau für die St. Pankratiuskirche an. Heute kommen viele Besucher, um sich dieses Kunstwerk, das als eines von Schnitgers besten Werken gilt, anzusehen. Doch das Denkmal wäre Mitte des 20. Jahrhundert fast abgerissen worden. Die Neuenfelder wollten eine moderne Orgel. Das Geld kam nicht zusammen, die alte Schnitger-Orgel blieb stehen.
Heute sammeln die Neuenfelder wieder. Diesmal, um die Orgel zu erhalten. Die Restaurierung kostet 770.000 Euro. Geld, das die Kirchengemeinde nicht hat. Deshalb werden Patenschaften für Pfeifen vergeben. So kann man für 50 Euro eine kleine Pfeife, für 1.000 Euro eine Prinzipalpfeife sponsern. Die je nach Pfeifengröße gestaffelte Spendenhöhe wird in einem Buch festgehalten, so dass man zukünftig hören kann, wie „die eigene“ Pfeife in der Orgel erklingt.
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