Per Rad von Finkenwerder nach China – und zurück

Rast vor dem Tempel: Karina und Tim Poser radelten mit ihren Bambus-Bikes von Finkenwerder bis ins Reich der Mitte und erlebten weltweit herzliche Gastfreundschaft. (Foto: poser)

Karina und Tim Poser radelten um die halbe Welt – und waren von der Gastfreundschaft sehr beeindruckt

Andreas Tsilis, Finkenwerder – „Geht nicht gibt’s nicht“, sagten sich Karina (29) und Tim Poser (34) und radelten auf Bambusrädern von Finkenwerder nach China. Ein Jahr dauerte die Reise. Fernab von gängigen Klischees trafen sie vom Kosovo bis ins Reich der Mitte hilfsbereite, weltoffene Menschen, die trotz widriger Umstände den Lebensmut nicht verloren haben.
„Uns hat die Reise politischer gemacht“, sagt Tim Poser. Abseits von Touristenregionen bestaunte das Ehepaar großartige Landschaften und sprach mit noch großartigeren Menschen. „Die muslimische Gastfreundschaft ist phänomenal“, berichtet Karina Poser.
Selbst im hintersten Winkel Tibets kamen die Menschen zusammen, um Geschichten über Deutschland zu hören - einem Land, das sie wohl niemals kennenlernen werden. Das stimmte die beiden Weltenbummler nachdenklich.

Unterwegs auf
Bambus-Rädern aus Ghana


Während sie Usbekistan und Tadschikistan beradelten, war die Griechenland-Krise in vollem Gang. Tausende Kilometer davon entfernt werden die beiden reichlich beschenkt: Inmitten von Armut und Mangel wird das wenige Hab und Gut geteilt, und ihnen geholfen, die Reise fortzusetzen. Posers radeln durch Wüsten und über Hochgebirge, trotzen Eiseskälte und unerträglicher Hitze.
Eigentlich war Radeln nie so ihr Ding. „Als 15-Jähriger trug ich mal Zeitungen am Ehestorfer Heuweg aus“, lacht Tim Poser. Danach lag das Rad in der Ecke.
Das Ehepaar wollte einfach mal raus. „Das `man müßte mal´, hört man ja öfter“, sagen beide, „nur die wenigsten tun es dann.“ Das Rad ermöglichte
ihnen die ideale Reisegeschwindigkeit. Die Bambus-Bikes, die in einem Sozialprojekt in Ghana produziert werden, wurden von einem deutschen Händler gesponsert. In Ghana machte Karina Poser vor Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr. „Irgendwie kommt immer eins zum anderen“, freut sich die gelernte Kinderkrankenschwester.
Auch hierzulande erlebten sie viel Gastfreudschaft, doch sie mussten dafür den ersten Schritt tun. „Man kann sehr viel mehr machen, als man denkt“, fasst Karina Poser die Erlebnisse zusammen. „Man kann sein Leben gestalten.“
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