Olympia in Moorburg?

Das Haus ist ziemlich sanierungsbedürftig. Könnten die Olympischen Spiele zum Erhalt von Moorburg beitragen? (Foto: mag)

Würde im Elbdorf das Olympische Dorf aufgebaut, hätten die Teilnehmer
kurze Wege – doch der Sicherheitsaufwand wäre zu groß

Bernhard Bruno, Moorburg - Die Idee war auf den ersten Blick nicht ohne Reiz: Bevor die Planer der Hamburger Olympia-Bewerbung auf der Suche nach Ausweichflächen für die Hafenbetriebe auf dem Kleinen Grasbrook Moorburg ins Visier nehmen, bietet sich das alte Elbdorf lieber als Teil des Weltsportfests an. Warum soll das Olympische Dorf nicht in Moorburg errichtet werden? Athleten, Funktionäre und Trainer könnten dann mit dem Boot zu den jeweiligen Sportstätten schippern.
Allerdings muss der„Ständige Gesprächskreis“ in Moorburg Zweifel an der Idee gehabt haben, denn bisher ist sie bei den Olympia-Planern nicht offiziell vorgetragen worden. Sie wissen jedenfalls nichts davon. „Es stimmt“, sagt Gesprächskreis-Moderator Peter Meinke. „Wir haben mal darüber gesprochen.“ Seines Wissens nach sei danach aber nichts mehr unternommen worden.
Klar ist, dass so ein Vorhaben ein ziemlich dickes Brett wäre. Immerhin müssen in dem Olympischen Dorf rund 17.500 Menschen nicht nur untergebracht werden. Es müssten auch extreme Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

Medienleute könnten aus Moorburg berichten

Rainer Böhrnsen, Moorburger und seit Jahrzehnten Kämpfer für den Erhalt des Elbdorfs, hält nicht viel von dem Vorschlag. „Es ist ja immer noch so, dass Neubauten in Moorburg überhaupt nicht zulässig sind. Deshalb würden bestenfalls Provisorien infrage kommen.“ Er wage aber zu bezweifeln, dass Provisorien wie Container für die Olympioniken ausreichend sind.
In Fragen von Sicherheit, Erreichbarkeit und Infrastruktur im Ort müsse ein hoher Standard gewährleistet sein. Böhrnsen: „Moorburg sollte sich nicht auf weitere Provisorien – in welcher Form auch immer – einlassen.“ Raus aus der Hafenerweiterung – ein sinnvolles und in die Zukunft gerichtetes Entwicklungskonzept sollte jetzt eingefordert werden. Sich vorübergehend zur Verfügung zu stellen für die Entwicklung und zum Nutzen eines anderen Quartiers sei nicht das, was für den Ort sinnvoll sei und was er brauche.
In den aktuellen Olympia-Bewerbungsunterlagen ist das Olympische Dorf auf dem Kleinen Grasbrook platziert. Noch offen scheint dagegen der Standort für das Mediendorf zu sein. Dort müssten rund 16.000 Journalisten aus aller Welt untergebracht werden.
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