Nur bei Anruf geht die Tür auf

Klingeln zwecklos: Seit Wochen steht Azad I. vor verschlossener Tür, wenn er seine Eltern im Stubbenhof besuchen will. „Ohne Handy geht hier gar nichts mehr“, sagt der Neuwiedenthaler genervt. Wann die Klingelanlage repariert wird, erfahren die Mieter nicht. Ihr Vermieter, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Saga/GWG, informiert lediglich mit einem Zettel an der Eingangstür über den Ist-Zustand.

Neuwiedenthal: Klingelanlage im Stubbenhof seit Wochen kaputt – Saga-Mieter genervt

Wenn Ludmilla Walter auf ihr Enkelkind wartet, lässt sie das Handy nicht aus den Augen. Sobald es klingelt, rennt Walter los, denn per Knopfdruck kann sie die Eingangstür ihres Wohnhauses im Stubbenhof nicht entriegeln. „Das geht schon seit über einem Monat so. Und ich wohne im dritten Stock“, stöhnt die ältere Frau. Immer wieder habe sie dem Hausmeister gesagt, dass die Klingelanlage und der automatische Türöffner kaputt seien, doch genützt hat es bisher wenig. „Ich habe ein paar Mal Handwerker gesehen, die dran gearbeitet haben. Aber funktionieren tut sie immer noch nicht“, berichtet die Neuwiedenthalerin.
Auch Walters Nachbarn in dem Saga-Haus im Stubbenhof 6 ärgern sich über die kaputte Klingelanlage. Auf acht Stockwerken wohnen dort 32 Parteien. Ihre Gäste stehen seit Wochen vor verschlossener Tür. Wer kein Handy dabei hat, ist aufgeschmissen. „Wenn ich meine Eltern besuche, sehe ich immer wieder Kinder, die nach der Schule vor der Haustür warten“, erzählt Azad I. kopfschüttelnd. Er ist wütend darüber, dass sich die Reparatur so lange hinzieht. Vor allem ärgert den Neuwiedenthaler aber, dass die Saga ihre Mieter nicht über den Stand der Dinge informiert. „Seit ein paar Tagen hängt hier lediglich ein Zettel“, sagt I. und deutet auf ein Blatt Papier, das an der Eingangstür klebt. „Klingel und Sprechanlage kaputt!!! Hausbetreuer“, steht dort geschrieben, mehr nicht.
Doch warum wird die Klingelanlage nicht repariert? „Elektriker haben das schon mehrfach vergeblich versucht“, erklärt Saga-Sprecherin Kerstin Matzen. „Seit letzter Woche steht fest, dass die gesamte Anlage ausgetauscht werden muss.“ Dafür müssten Handwerker auch in die Wohnungen der Mieter. Die Hausbewohner habe man zwischenzeitlich informiert. Jetzt müssten mit ihnen Termine vereinbart werden, so die Sprecherin. Die Reparatur vor Ort könne dann voraussichtlich nächste Woche beginnen. Dass die Mieter nicht schon früher über den Stand der Arbeiten benachrichtigt wurden, „können wir nur bedauern“, so Matzen.
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