Nur 179 Bäume werden gefällt

Der Fischbeker Heidbrook bleibt grün. (Foto: mag)

Kein kompletter Kahlschlag auf dem ehemaligen Röttiger-Kasernengelände -
kaum noch Kampfmittel-Verdachtsflächen - Baumfällungen wegen Erschließung

Bernhard Bruno, Fischbek - Im Fischbeker Heidbrook müssen 141, vielleicht sogar bis zu 179 Bäume gefällt werden. Trotzdem wird das neue Quartier am Rand der Fischbeker Heide nicht mitten in einer trostlosen Steppenlandschaft gebaut. Als Ersatz sollen nämlich 481 neue Bäume gepflanzt werden. Dazu kommen rund 500 Bäume, die auf den Privatgrundstücken der neuen Eigenheime gepflanzt werden müssen. Zusammen mit dem Bestand von zurzeit rund 2.000 Bäumen kommt da einiges zusammen.
Vor drei Jahren sah das noch ganz anders aus. Auf Wunsch der Finanzbehörde sollten möglichst alle Bäume gefällt werden. Helga Nikodem, in der Behörde damals für die Entwicklung großer Areale zuständig, sagte im Mai 2012: „Sicherheit geht vor.“ Bei der Kampfmittelsondierung wollte sie kein Risiko eingehen und bei der Untersuchung des Baugrunds im Wurzelwerk der Bäume möglicherweise einen Blindgänger übersehen.
Was sie nicht sagte: Bei einem totalen Kahlschlag wäre die Kampfmittelsondierung nicht nur einfacher, sie wäre vor allem wesentlich billiger.
Karl-Heinz Alpheus vom Amt Stadt- und Landschaftsplanung schien auf verlorenem Posten zu stehen. Er wollte um jeden Baum kämpfen, wies auf Verfahren hin, mit denen Kampfmittel sicher aufgespürt werden können, ohne einen Baum gleich zu fällen. Als Vertreter des Bezirks hatte er gegenüber einer Fachbehörde aber ziemlich schlechte Karten.
Als die IBA Hamburg GmbH im Frühjahr 2014 den Auftrag bekam, das Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne mit frischen Ideen weiter zu entwi-ckeln und zu vermarkten, wendete sich das Blatt.

Mit Bäumen lässt sich das Gebiet besser vermarkten

IBA-Projektleiterin Karen Pein erkannte schnell, dass sich mit jedem Baum, der nicht gefällt wird, die Vermarktungschancen des Fischbeker Heidbrooks verbessern.
Die IBA-Planer konnten die Fachbehörden davon überzeugen, dass die Kaserne im Zweiten Weltkrieg kaum unter Beschuss stand, und auch neue Auswertungsverfahren ergaben eher sehr kleine Verdachtsflächen.
Dass nun doch eine ganze Reihe von Bäumen gefällt werden, hängt mit den Erschließungsstraßen zusammen. Sie stehen dort einfach im Weg. In der Regel handelt es sich um Laubbäume wie Eichen und Linden, dazu die eine oder andere Kiefer.
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