Nützliche Parkplätze statt unnütze Schienen

Die Schienen der Hafenbahn, auf denen früher Bauteile zu Airbus transportiert wurden, werden seit Jahren nicht mehr genutzt. (Foto: Annekatrin Buruck)

CDU will Bahnstrecke in Finkenwerder abreißen lassen

von Annekatrin Buruck
Zwischen den Schienen wächst Gras, seit Jahren ist hier kein Zug mehr gefahren. Die Bauteile für das Airbuswerk, die hier früher angeliefert wurden, kommen seit rund zehn Jahren per Schiff, Flugzeug oder Lkw. Dennoch führen die Gleise der Hafenbahn bis heute quer durch Finkenwerder.
„Wenn die Schienen nicht mehr benötigt werden, warum werden sie dann nicht abgebaut?“, fragen sich Matthias Lloyd, CDU-Sprecher im Finkenwerder Regionalausschuss, und sein Parteikollege Tobias Wein. Ein Abriss der Gleise hätte eine Reihe von Vorteilen für Finkenwerder. „Sie verlaufen unter anderem entlang des Wohngebiets am Uhlenhoffweg“, erklärt Lloyd. „Dort herrscht erheblicher Parkplatzmangel.“ Auf der Fläche, die jetzt die Schienen einnehmen, könnte man eine Reihe von Stellplätzen schaffen.
Auch die unbequemen Umlaufsperren an den Bahnübergängen in Finkenwerder, durch die sich vor allem Radfahrer und Menschen mit Kinderwagen nur mühsam durchschlängeln, könnten verschwinden (siehe nebenstehenden Artikel).
Und nicht zuletzt würde auf der Rüschhalbinsel Platz frei werden für den von den Finkenwerder Ortspolitikern geforderten so genannten Bypass – einer Westanbindung der Rüschhalbinsel an das Airbuswerk, die die Hauptstraße entlasten soll.
Besitzerin der Bahnstrecke ist die Hafenverwaltung Port Authority; lediglich die Schienen auf dem Airbusgelände gehören dem Flugzeugbauer. HPA und Airbus sind seit Ende letzten Jahres im Gespräch über die Zukunft der Finkenwerder Bahnstrecke.
„Aus strategischen Gründen wollen wir uns die Option einer Schienenanbindung erhalten“, erklärt Nina Ohlerich, Pressesprecherin von Airbus. Allerdings müssten die Schienen nicht unbedingt bis auf das Werksgelände führen. „Uns würde auch ein Freiladegleis in der Nähe des Aluwerkes oder im Bereich des Dradenau-Hafengebietes ausreichen“, ergänzt sie. In diesem Fall würden die Bauteile auf einer Freifläche neben den Schienen auf Lkw umgeladen und über die neue Umgehungsstraße aufs Werksgelände gefahren. Ein Nachteil wäre das nicht: Auf dem Airbusgelände muss so oder so noch einmal umgeladen werden.
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