Nichts tut sich im maroden SEZ

Der Schriftzug „Open“ leuchtet rechts und links derEingangstüren im Norden des Süderelbe Einkaufszentrums. Einladend wirkt der renovierungsbedürftige Eingang dennoch nicht.

Süderelbe Einkaufszentrum (SEZ) verfällt zusehends – Verwalter wollen lediglich in „optische Kleinigkeiten“ investieren

von Bernhard Bruno, Neugraben
Die Zukunft des maroden Süderelbe-Einkaufszentrums (SEZ) ist ungewisser denn je. Auch der Auftritt von Verwalter Thore Feddersen, Geschäftsführer des hgv-Immobilienmanagements aus Flensburg, im Ausschuss für Stadtentwicklung brachte kaum neue Erkenntnisse. Außer ein paar Allgemeinplätzen wie „ansonsten versuchen wir, das Center weiter nach vorne zu bringen“ hatte Feddersen nichts zu bieten.
Entsprechend ungehalten reagierte Ausschuss-Vorsitzender Heinz Beeken (SPD): „Das habe ich alles von Ihnen schon einmal bei unserem Treffen im Februar gehört. Wir fühlen uns, gelinde gesagt, ein wenig veralbert.“ Deutliche Worte, wobei allerdings nicht ganz klar war, ob Beeken enttäuscht war, weil sein Antrag, endlich Klarheit über die Zukunft der „Visitenkarte des Neugrabener Zentrums“ zu bekommen so ins Leere gelaufen ist. Oder ob er einem politischen Gegner eins auswischen wollte. Immerhin ist Feddersen „ganz nebenbei“ auch CDU-Ratsherr im Flensburger Stadtrat.
Feddersen weiß also, wie Politiker miteinander umgehen, und so ließ er sich nicht einschüchtern: „Herr Beeken, ich habe Ihnen im Februar schon gesagt, dass wir erst Ende April mit dem Investor über ein Budget zur Modernisierung des SEZ sprechen. Ich weiß deshalb nicht, warum Sie mich jetzt schon eingeladen haben.“
Ein paar Details hat Feddersen trotzdem schon verraten. So habe das SEZ einen Leerstand von rund 20 Prozent, dazu komme der Wechsel des HNT Fithus aus dem SEZ-Nordteil ins neue BGZ. Noch erschreckender: Rund ein Viertel der gewerblichen Mieter im SEZ zahlen nach Auskunft von Feddersen nicht einmal die Kaltmiete – ganz abgesehen von den Betriebskosten.
Keine Frage: Nach dem Weggang des Vollsortimenters Rewe braucht das SEZ dringend einen attraktiven Mieter, der Kunden anzieht und dann auch wieder andere Geschäfte anlockt. Bisher ist der offenbar aber noch nicht in Sicht. Wenig Hoffnung scheint da auch diese Ankündigung von Feddersen zu machen: „Wir werden uns mal die Rolltreppen vornehmen und auch in einige optische Kleinigkeiten investieren.“ Beekens Fazit: „Unser Baudezernent würde einem Abrissantrag ganz schnell zustimmen.“
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