Neugrabenerin vom Ex bestohlen und bedroht

„Ich habe einen durchgeknallten Ex“, sagt Regina Wormuth. Nachdem ihr ehemaliger Lebensgefährte sie bedroht hat, hält sie sich von Fenstern fern und sitzt nicht mehr gerne mit ihrer Hündin Alisha auf der gemütlichen Couch in ihrem Wohnzimmer. Foto: as
 
Mit diesem Kontoauszügen soll sich Björn Z. über 40.000 Euro erschlichen haben. Foto: as
Hamburg: Neugraben |

Regina Wormuth ist all ihre Ersparnisse los – jetzt hat sie Angst um ihre Sicherheit

Jahrelang hielt Regina Wormuth Björn Z. (41) für ihren Traummann. „Ich wollte mit ihm alt werden“, sagt die 48-Jährige traurig. 2006 kam sie mit Z. zusammen. Jetzt, nur fünf Jahre später, liegt Wormuths Leben in Scherben. Ihre große Liebe, ihre gesamten Ersparnisse und ihr Job – alles weg! Mit einer Mischung aus Liebesschwüren und Lügen hat Björn Z. sie über zwei Jahre um 44.000 Euro erleichtert. „Er hat mich ausgenommen wie eine Weihnachtsgans“, sagt Wormuth wütend. „Als er weg war hatte ich noch 391 Euro auf dem Konto.“
Doch was ist passiert? „Ich war naiv, gutgläubig und verliebt“, sagt die Neugrabenerin geknickt und beginnt zu erzählen. Unheimlich glücklich sei sie gewesen, nach zehn Jahren Single-Dasein den vermeintlichen Mann fürs Leben gefunden zu haben. Nach einem Jahr zog Z. in ihr Haus in der Ringheide ein, später verlobten sie sich. Wormuth gab ihren festen Job als Briefzustellerin auf, um sich gemeinsam mit ihrem Freund selbstständig zu machen. „Dann fingen die Probleme an“, erinnert sie sich. Der gemeinsame Räucherfisch-Verkauf lief nur ein paar Monate gut. Z. sattelte auf den Verkauf von Computern um, und Wormuth wurde arbeitslos. Zwischen dem Paar kriselte es.
Als Wormuths Mutter kurze Zeit später zum Pflegefall wurde, übernahm ihre Tochter die Pflege. Nur zu gern stimmte die gestresste Frau zu, als ihr Lebensgefährte anbot, so lästige Aufgaben für sie zu erledigen wie online Rechnungen zu überweisen. „Er konnte ja auch viel besser mit Computern umgehen“, gibt Wormuth kleinlaut zu. Doch anstatt Rechnungen zu begleichen, überwies er Geld auf andere Konten. Seiner Freundin legte Z. regelmäßig gefälschte Kontoauszüge vor. Nur durch einen Zufall kam sie ihm Ende 2010 auf die Schliche. Alle Versuche, mit ihm darüber zu reden, scheiterten. Wormuth schmiss ihren Freund raus und ging zur Polizei. Ihr letztes Telefonat wird die Frau nie vergessen. „Er hat sein wahres Gesicht gezeigt, schrie mich an und drohte: ,Was bist du doch für ein elendes Miststück! Setz dich ja nicht zu nah ans Fenster’“, erzählt sie. „Ich hab Angst. Ich weiß, dass er Waffen hat.“
Wormuth hofft, dass Z. verurteilt wird: „Wenn der Mann nicht bestraft wird, sucht er sich ein neues Opfer.“ Damit sie das gestohlene Geld wiederbekommt, hat sie Z. verklagt. Der erste Termin vor dem Landgericht ist am Freitag, 29. August.



Das sagt die Polizei:
Die Neugrabener Polizei steht kurz davor, die Ermittlungen gegen Björn Z. abzuschließen und den Fall an die Staatsanwaltschaft zu übergeben. Doch auch wenn Björn Z. verurteilt wird, heißt das noch lange nicht, dass Wormuth ihr Geld wiedersieht. Dafür muss sie zivilrechtlich gegen den Betrüger vorgehen, was sie auch tut. „Natürlich hilft es, wenn es im strafrechtlichen Verfahren zu einer Verurteilung kommt“, erklärt Kriminalhauptkommissar Heinz-Rainer Harder vom Polizeikommissariat 47. Er hat dennoch wenig Hoffnung. Harder: „Das Geld ist weg. Herr Z. hatte zwei Jahre Zeit, diese Summe Stück für Stück auszugeben.“ Auch wegen der Drohung gegenüber Wormuth ermittelt die Polizei, gibt jedoch Entwarnung. „Solche Äußerungen hören wir relativ oft. Es weist nichts darauf hin, dass eine akute Gefahr besteht“, so Harder. AS
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