Neues Leben für alte Kapelle

Die Kapelle auf dem alten Friedhof von Finkenwerder soll ein Gedenk- und Lernort werden. Das finden Helmke Kaufner und Ingeborg Luth, beide vom Arbeitskreis Außenlager Deutsche Werft des KZ Neuengamme sowie Jan Rieck (v.l.), Zweiter Vorsitzender des Vereins Kunstförderung. (Foto: Annekatrin Buruck)

Nach Sanierung sind Konzerte, Lesungen und Ausstellungen geplant

von Annekatrin Buruck, FINKENWERDER
Die Kapelle auf dem alten Friedhof von Finkenwerder steht vor einer neuen Zukunft. Der Verein Kunstförderung Finkenwerder und der Arbeitskreis Außenlager Deutsche Werft des KZ Neuengamme planen dort Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen oder kleine Konzerte zu veranstalten. „Wir möchten zusammen mit den Schulen und dem Haus der Jugend geschichtliche Projekte erarbeiten, deren Ergebnisse hier gezeigt werden“, umreißt Helmke Kaufner vom Arbeitskreis das Konzept.
Damit würde dem in den Jahren 1926/27 errichteten Fritz-Schumacher-Bau neues Leben eingehaucht. Zur Zeit fristet die Kapelle nämlich ein trauriges Dasein. Die Fensterscheiben sind eingeschlagen, die Wände beschmiert. Seit mehr als 30 Jahren wird das Gebäude nicht mehr für Trauerfeiern genutzt.
Im April nun hat der Verein Kunstförderung Finkenwerder die Trägerschaft der Kapelle übernommen. „Wir möchten das Gebäude als Gedenk- und Lernort nutzen“, erklärt Jan Rieck, Zweiter Vorsitzender des 2009 gegründeten Vereins. Geschichts- und Kunstlehrer sollen in Zukunft mit ihren Schülern und mit Hilfe des Vereins und des Arbeitskreises selbst gewählte Themen bearbeiten.
Inhaltlich kommen dafür zuerst einmal der Friedhof und die Kapelle selbst in Frage. „Alte Friedhöfe können viel erzählen“, weiß Helmke Kaufner. Direkt hinter der Kapelle erinnern ein Gedenkstein und eine Reihe von Soldatengräbern an die Toten der beiden Weltkriege. Auch zivile Bombenopfer und die Leichen von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern liegen hier begraben. Daher ist die Kapelle auch für Projekte aus dem Themenkreis Nationalsozialismus, Krieg und Verfolgung der richtige Ort.
Bis es wirklich losgehen kann, muss die Kapelle allerdings noch saniert werden. Fenster, Türen und Dachrinnen müssen erneuert, die Graffiti entfernt werden. 25.000 Euro hat der Bezirk Hamburg-Mitte dafür bereit gestellt. „Und die benachbarte Westerschule soll die Patenschaft für die Kapelle übernehmen“, ergänzt Helmke Kaufner. So soll verhindert werden, dass das neu sanierte Gebäude gleich wieder Opfer von Vandalen wird.
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