Neuer Tauschladen braucht Spenden

Maschenka Jennert (Mitte) und ihr Vater Klaus Jennert (2.v.l.) haben in Ghana viele Helfer gefunden. (Foto: pr)

Maschenka Jennerts Verein „Augen auf Ghana“ hilft Blinden in Afrika – neues Projekt in Finkenwerder gestartet

In ihrer Heimat Finkenwerder führt Marschenka Jennert ein ganz normales Leben, doch in Ghana ist die 32-Jahrige eine Königin – und hat dadurch nicht nur Vorteile. „Ich darf nicht in der Öffentlichkeit baden oder essen und muss immer lange Röcke tragen“, erzählt Jennert. Wenn keiner ihrer 300 Untertanen dabei ist, mache sie schon mal eine Ausnahme, fügt die Finkenwerderin schmunzelnd hinzu. Den Titel „König des Fortschritts“ hat sie dem Häuptling von Nsuampemso zu verdanken. Er adelte Jennert, die selbst als Kleinkind erblindete, nachdem sie mit ihrem Verein „Augen auf Ghana“ 16 Dorfbewohner mit Augenproblemen im Krankenhaus behandeln ließ – eine blinde Frau erlange damals sogar ihr Augenlicht wieder.
Um die Arbeit in Ghana zu finanzieren, sammelt die engagierte Frau in Deutschland Spenden. Allein 2013 kamen rund 10.000 Euro zusammen. Mit dem Geld wurden 1.900 Personen behandelt und 90 Operationen bezahlt. Ab sofort sammelt Jennert auch Sachspenden. Mit Unterstützung ihres Vaters und eines Nachbarn hat sie im Steendiek in den ehemaligen Räumen von Eisen-Achner einen Tauschladen eröffnet. Hier können Interessierte alles abgeben, was sie nicht mehr brauchen und was noch gut erhalten ist – vom Motorradhelm bis zum Kühlschrank. Andere können die Sachen gegen eine Spende wieder mitnehmen. Der Erlös geht nach Ghana.
Mit dem Land fühlt sich Jennert eng verbunden, seitdem sie es vor sieben Jahren zum ersten Mal besuchte. Damals absolviersie ein Praktikum in einer Blindenschule. „Das waren gruselige Zustände dort“, erinnert sie sich. Dennoch konnten die Schüler froh sein, einen Platz ergattert zu haben, denn das Land hat nur zwei Blindenschulen mit insgesamt 700 Plätzen. „Dabei sind in Ghana eine Million Menschen blind oder von Blindheit bedroht“, erzählt Jennert. So vielen von ihnen wie möglich zu helfen, ist ihr Ziel.
Oft reicht ein kleiner Eingriff – zum Beispiel bei grauem Star – und die behandelte Person kann wieder sehen und für sich selbst sorgen. Wenn Jennert gemeinsam mit einheimischen Ärzten Dörfer besucht, um ihre Bewohner zu untersuchen, muss sie oft Aufklärung betreiben. „Einige denken, dass Blindheit ein Fluch Gottes ist und dass man nichts dagegen machen darf“, erzählt sie. Nicht immer gelingt es ihr, Eltern von Erblindeten vom Gegenteil zu überzeugen.
Ihr nächster Einsatzort steht bereits fest. Jennert: „Ich fahre in ein Waisenhaus in Kumasi. Dort geben viele Eltern ihre behinderten Kinder einfach ab, weil sie überfordert sind. Es sind viele dabei, die blind sind, denen will ich helfen.“


Augen auf Ghana:
Tauschladen im Steendiek 33
immer dienstags und sonn-abends 10 bis 14 Uhr geöffnet.
Neben Sachspenden jeder Art werden auch Lesebrillen, Sonnenbrillen und Kinderbrillen gesucht. Der Verein sucht auch Helfer, die Lust haben, Schichten im Laden zu übernehmen.
Kontakt: Tel. 31 76 12 43
info@augenaufghana.de
www.aufenaufghana.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.