Neuer Müll, altes Problem

Wer diesen Müll entfernen muss, ist weiter unklar. Bahn und Bezirksamt schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. (Foto: Jürgen Lohse)

Ehemalige Panzerverladerampe in Fischbek verkommt zur Müllkippe – wer hier aufräumen muss, ist seit Jahren ungeklärt

von Anna Sosnowski

Müll so weit das Auge reicht: Seit Jahren wird die ehemalige Panzerverladerampe der Fischbeker Röttiger Kaserne als illegale Müllkippe missbraucht (das Wochenblatt berichtete). Immer wieder nutzen Unbekannte das von Bäumen umgebene Gelände nördlich der Cuxhavener Straße, um hier ganze Lkw-Ladungen an Unrat abzuladen. Der Müll bleibt lange liegen, denn für seine Entsorgung fühlt sich keiner zuständig – weder die Eigentümerin, die Deutsche Bahn AG, noch das Bezirksamt Harburg.
Die Rampe wird seit der Schließung der Kaserne 2005 nicht mehr genutzt. Früher wurden über die Bahntrasse Panzer transportiert. Doch schon seit Jahren ist das stillgelegte Gleisbett mit ausrangierten Elektrogeräten und allerlei Unrat zugemüllt. Dabei sei ganz klar geregelt, wer den Müll entfernen muss, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. „Es handelt sich um eine öffentlich zugängliche Fläche. Damit sind nicht wir als Eigentümer verpflichtet, den Müll zu beseitigen, sondern der Bezirk“, so der Sprecher. So eindeutig sei die Gesetzeslage nicht, widerspricht Beatrice Göhring vom Bezirksamt Harburg. „Wir sind nicht zuständig“, sagt sie. Dennoch arbeite man daran, eine Lösung für das Problem zu finden, seitdem vor zwei Jahren die ersten Beschwerden wegen des Mülls das Bezirksamt erreichten. Göhring: „Seit Ende 2011 laufen Gespräche mit der Bahn.“ Bisher ohne Ergebnis.
„Dabei wäre es doch einfach, den Zugang für Fahrzeuge mit einem Sandwall oder Steinen zu versperren“, sagt Jürgen Lohse. Der Neugrabener kommt oft mit dem Fahrrad an der Rampe vorbei und ärgert sich über den Müll. „Für Fußgänger und Radfahrer könnte man einen Durchgang lassen“, schlägt er vor. So könnte man weiter zu der stillgelegten Schienenstrecke gelangen, um hier spazieren zu gehen oder Fahrrad zu fahren.
Die Bahn will von Jürgen Lohses Vorschlag nichts wissen. Man werde definitiv keinen Zaun, keine Absperrung oder Ähnliches aufstellen, so Meyer-Lovis. Das sei zu teuer und würde zudem nichts bringen. „Ich sehe nicht, dass wir damit eine wilde Müllablagerung vermeiden würden. Wer will, schmeißt seinen Müll dann davor hin“, sagt er. Schlimmstenfalls würden Zäune einfach umgefahren oder Barrieren weggeschoben, damit hätte die Bahn an anderen Standorten bereits schlechte Erfahrungen gemacht.
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2 Kommentare
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Stefan Ecks aus Neugraben | 23.05.2013 | 20:20  
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Jürgen Lohse aus Neugraben | 26.05.2013 | 10:45  
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